In Erfurt ist am 24. Oktober 2026 eine ältere Frau Opfer von Telefonbetrug geworden: Unbekannte gaben sich am Telefon als Polizeibeamte aus, behaupteten, in der Nachbarschaft sei eine Einbrecherbande festgenommen worden, und drängten die Rentnerin, Bargeld „in Sicherheit“ zu bringen. Die Frau übergab daraufhin eine Summe an eine zuvor angekündigte Abholperson. Der Vorfall wurde bei der Thüringer Polizei angezeigt; die Ermittlungen laufen. Angaben zur Höhe des erbeuteten Geldes machte die Polizei zunächst nicht.
Nach Behördenangaben passt die Tat in ein bundesweit verbreitetes Muster. Unter Bezeichnungen wie falsche Polizisten oder Schockanruf setzen Täter vor allem ältere Menschen unter Zeitdruck, indem sie Notlagen schildern oder Ermittlungen vortäuschen. Ziel ist es, Betroffene zur Herausgabe von Bargeld oder Wertgegenständen zu bewegen. Die Thüringer Polizei und die Polizeiliche Kriminalprävention betonen übereinstimmend, dass echte Beamtinnen und Beamte am Telefon weder Vermögenswerte verlangen noch Abholungen an der Haustür veranlassen. Wer Zweifel hat, soll über den Notruf 110 oder direkt bei der örtlichen Dienststelle Rücksprache halten.
Im jetzt bekannt gewordenen Erfurter Fall schilderten die Anrufer ein angeblich akutes Sicherheitsrisiko in der Umgebung und kündigten eine sichere Verwahrung des Geldes an. Solche Erzählmuster zielen nach Einschätzung der Präventionsstellen darauf, Kontrollmechanismen außer Kraft zu setzen: Zeitdruck, Vertrauensvorschuss durch vorgetäuschte Amtlichkeit und die Aufforderung zur Geheimhaltung. Die Landespolizeiinspektion Erfurt verweist darauf, dass Betroffene Gespräche sofort beenden, sich unabhängig Rat holen und keine Übergaben an unbekannte Personen vereinbaren sollten.
Polizeibehörden berichten immer wieder von Festnahmen in Einzelfällen, gehen jedoch von einer hohen Dunkelziffer aus. Häufig agieren die Täter arbeitsteilig: mit Anrufzentren, Kurierinnen und Kurieren sowie wechselnden Treffpunkten. Das erschwert die Spurensicherung. Präventionsberater empfehlen, feste Absprachen in Familien zu treffen, sensible Informationen wie Kontodaten und Karten-PIN nie am Telefon preiszugeben und verdächtige Anrufe mit Datum, Uhrzeit und Rufnummer zu notieren, um Hinweise für Ermittlungen zu sichern.
Die Thüringer Polizei will den Vorfall in Erfurt für erneute Aufklärungskampagnen nutzen. Geplant sind nach Behördenangaben Informationsangebote in Senioreneinrichtungen und Sprechstunden in Stadtteiltreffs. Ziel ist es, typische Maschen verständlich zu erklären und einfache Gegenmaßnahmen einzuüben. Die Ermittler bitten mögliche Zeuginnen und Zeugen, verdächtige Beobachtungen im Umfeld der Tat in Erfurt zu melden. Für die Geschädigte stellt die Polizei auf Wunsch Kontakt zu Beratungsstellen her.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).