Bei Marienrachdorf im Westerwaldkreis ist am Freitagabend, 2. Oktober 2026, eine Rinderherde ausgebrochen, nachdem auf einem Feldweg Feuerwerkskörper gezündet worden waren. Nach Angaben der Polizeidirektion Montabaur gerieten rund 15 Tiere in Panik, durchbrachen einen Zaun und liefen auf ein angrenzendes Ackerland. Ein Rind wurde verletzt, Menschen kamen nicht zu Schaden.
Zeuginnen und Zeugen meldeten der Polizei gegen 21 Uhr Knallgeräusche in der Nähe des örtlichen Kindergartens. Demnach hatten zwei Familien ihre Fahrzeuge am Ortsrand abgestellt und waren mehrere hundert Meter in Richtung Rückeroth gegangen, bevor sie das Feuerwerk zündeten. Kurz darauf hörte die Schwiegermutter des betroffenen Landwirts einen lauten Knall und entdeckte frei laufende Tiere. Mehrere Versuche, die Herde zurückzutreiben, blieben zunächst erfolglos.
Der Eigentümer errichtete schließlich einen provisorischen Elektrozaun, um die Tiere auf dem Feld zwischenzusichern und weitere Schäden zu verhindern. Die genaue Zahl der beschädigten Zaunfelder sowie der Umfang der Flurschäden sind nach Polizeiangaben noch unklar. Das verletzte Tier wurde tierärztlich versorgt; über die Schwere der Verletzung liegen keine näheren Informationen vor.
Die Polizei Montabaur bittet um Hinweise zur Identität der beiden Familien und zu den Fahrzeugen, die im Bereich des Kindergartens abgestellt gewesen sein sollen. Es werde geprüft, ob das Zünden der Feuerwerkskörper an dem Ort eine Ordnungswidrigkeit darstellt oder weitere rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen könnte. Eine Einordnung als Straftat komme nach derzeitigem Stand nur in Betracht, falls zusätzliche Tatbestände erfüllt seien. Konkrete Verdachtsmomente hierzu teilte die Polizei bislang nicht mit.
Der Vorfall verweist auf bekannte Risiken für Nutztiere durch laute pyrotechnische Effekte. Explosionsartige Geräusche können Herden aufschrecken, Zäune beschädigen und Fluchtreaktionen auslösen. Landwirtschaftsbetriebe im ländlichen Raum weisen wiederholt darauf hin, dass ungeplante Böllerei abseits des Jahreswechsels besondere Gefahren birgt, weil Tiere auf Weiden stehen und keine Schutzräume aufsuchen können. Behörden raten, beim Abbrennen von Pyrotechnik ausreichend Abstand zu Weiden und Ställen zu halten und örtliche Regelungen zu beachten. Personen mit sachdienlichen Angaben werden gebeten, sich an die Polizeiinspektion Montabaur zu wenden.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).