Der Förderverein des Museum der Westlausitz hat am 5. Oktober 2026 öffentlich gegen Pläne des Landkreises Bautzen protestiert, die Trägerschaft für das Haus in Kamenz zum Jahresende 2027 aufzugeben. Auslöser ist ein Beschlussvorschlag aus dem Landratsamt, der in den laufenden Haushaltsberatungen genannt wird und einen Umbau der Finanzverantwortung für mehrere Kultureinrichtungen vorsieht.
Nach Angaben des Landkreises Bautzen stehen für die Folgejahre außergewöhnlich hohe Haushaltsbelastungen an; Rücklagen seien bereits 2026 ausgeschöpft. Als eine Sparmaßnahme wird die Aufgabe der Trägerschaft für das Museum der Westlausitz genannt. Zudem verweist die Verwaltung auf einen erheblichen Sanierungsstau an den Gebäuden. Für erforderliche bauliche Maßnahmen würden nach derzeitigen Schätzungen zweistellige Millionenbeträge benötigt. Ein endgültiger Grundsatzbeschluss im Kreistag ist nach den vorliegenden Informationen für November 2026 vorgesehen.
Der Förderverein warnt, ein Ausstieg des Kreises gefährde Sammlung, Bildungsangebote und die regionale Museumspädagogik. Er fordert transparente Kostenrechnungen, einen Zeitplan für Übergänge sowie die Einbindung kommunaler Partner und zivilgesellschaftlicher Träger in die Suche nach Finanzierungsalternativen. Konkrete Modelle, etwa eine Übernahme durch die Stadt Kamenz, eine Stiftungslösung oder ein Zweckverband mehrerer Kommunen, werden nach Darstellung Beteiligter geprüft oder öffentlich diskutiert.
Landrat Udo Witschas betont, es gehe nicht um eine sofortige Schließung, sondern um ein neues Trägerkonzept und die Konsolidierung des Haushalts. Neben dem Museum belasteten auch andere freiwillige Leistungen, darunter die Kreismusikschule, den Etat. Der Landkreis kündigt an, Gespräche mit potenziellen Partnern zu führen und Optionen vorzulegen, die den laufenden Betrieb stabilisieren könnten.
Welche Folgen ein Trägerwechsel konkret hätte, ist offen. Das betrifft Eintrittspreise, Öffnungszeiten und die Finanzierung laufender Programme ebenso wie künftige Investitionen in Gebäude und Sammlungsbetreuung. Das Museum weist derzeit Besucherzahlen im mittleren fünfstelligen Bereich pro Jahr aus; diese Kennziffern dienen dem Kreis als Grundlage für Abwägungen zwischen Kulturauftrag und finanzieller Leistungsfähigkeit.
Unstrittig ist unter allen Beteiligten die Bedeutung der Einrichtung für die Region. Kulturpolitische Stimmen verweisen darauf, dass der Erhalt regionaler Sammlungen verlässliche Strukturen benötigt. Strittig bleibt, wie diese unter den aktuellen finanziellen Rahmenbedingungen gesichert werden können. Der weitere Prozess liegt nun beim Kreistag, der die Trägerschaftsfrage im November 2026 beraten soll.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).