Am 17. September 2026 rückt durch einen Beitrag von BR24 die Nutzung von Laub aus Hecken und Bäumen als ergänzende Futterquelle für Wiederkäuer in Bayern und weiteren Regionen Deutschlands in den Fokus. Mehrere Einrichtungen untersuchen derzeit, ob und wie Laub als Raufutterbestandteil in der Praxis einsetzbar ist und welche Wirkungen auf Tiergesundheit, Leistung und Betriebsabläufe zu erwarten sind.
Das Johann Heinrich von Thünen‑Institut analysiert in Versuchsreihen und Feldprojekten die Biomassepotenziale, Nährstoffgehalte und die Aufnahme von Blättern durch Tiere. Universitäre Arbeitsgruppen, darunter an der Georg‑August‑Universität Göttingen, ergänzen diese Untersuchungen. Parallel liefert Agroscope aus der Schweiz Daten zu Futterqualität und Tierpräferenzen in Agroforstsystemen. Die Befunde werden als Zwischenergebnisse kommuniziert und sind noch nicht zu allgemeingültigen Empfehlungen verdichtet.
Erste Resultate deuten darauf hin, dass Laub bestimmter Gehölze Mineralstoffe und strukturwirksame Fasern bereitstellen kann. Nutzen und Grenzen unterscheiden sich stark nach Art, Standort und Erntezeitpunkt der Gehölze. Als ergänzende Raufutterkomponente erscheint Laub insbesondere bei Schafen und Ziegen sowie in extensiveren Haltungsformen vielversprechend. Für Milchkühe und Mastvieh gilt: Laub ersetzt Silage nicht ohne Weiteres. Offene Punkte betreffen schwankende Inhaltsstoffe zwischen Arten und Jahreszeiten, mögliche Gehalte an Gerbstoffen oder Umweltkontaminanten, die Akzeptanz in der Herde sowie die Effekte auf Milch- und Fleischleistung.
Praktische Fragen stehen im Vordergrund: Ernte, Trocknung, Lagerung und Aufbereitung verursachen Kosten und Arbeitsaufwand, die gegen den Futterwert aufzuwiegen sind. Zudem muss jede Nutzung von Hecken mit Zielen der Biodiversität, des Erosionsschutzes und der Landschaftspflege vereinbar bleiben. Landwirtschaftliche Beratung in Bayern verweist deshalb auf die Abstimmung mit Naturschutzvorgaben und auf betriebsspezifische Entscheidungen.
Für belastbare Empfehlungen werden standardisierte Analysen zur Zusammensetzung des Laubs, geprüfte Fütterungsrichtwerte und weitere Felddaten aus unterschiedlichen Betriebsformen benötigt. Die laufenden Projekte sollen diese Lücken schließen. Bis dahin gilt: Der Einsatz von Laub als Futterergänzung ist wissenschaftlich plausibel und wird erprobt, pauschale Aussagen zu wirtschaftlichen Vorteilen oder zur Eignung für alle Betriebe lassen sich derzeit jedoch nicht fundiert treffen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).