Aktuell

Fotoprojekt und Protest: „Ich still, wo ich will“ macht Stillen in der Öffentlichkeit zum Thema

Mit Fotoaktionen und öffentlichen Auftritten fordern Initiatorinnen mehr Akzeptanz für das Stillen in Deutschland. Anlass sind Erfahrungen von Müttern, die sich von Sicherheitsdiensten oder Passantinnen an den Rand gedrängt fühlen.

Am 28. September 2026 rückt die Aktion „Ich still, wo ich will“ erneut die Sichtbarkeit Stillender in den öffentlichen Raum. Fotografische Porträts, begleitende Texte und öffentliche Still-Aktionen machen auf Erfahrungen von Müttern aufmerksam, die nach eigenen Angaben wegen des Stillens weggeschickt, beäugt oder angefeindet wurden. Initiatorinnen sehen ihr Projekt als Beitrag zur Enttabuisierung und zur Durchsetzung des Rechts, Kinder unabhängig vom Ort zu stillen. (Beleg: Fotoprojekt und Projektseite.)

Hintergrund ist eine breite Debatte über Akzeptanz und Rechtssicherheit: Die Nationale Strategie zur Stillförderung der Bundesregierung bezeichnet Stillen in der Öffentlichkeit als eines der Handlungsfelder, in dem gesellschaftliche Akzeptanz gefördert werden soll. Bundesbehördliche Berichte und Analysen verweisen darauf, dass ablehnende Reaktionen in der Bevölkerung zwar nur einen Teil widerspiegeln, aber für betroffene Mütter relevante Hürden darstellen und in Einzelfällen zum vorzeitigen Abbruch des Stillens führen können. (Beleg: Nationale Strategie zur Stillförderung; Bundestagsunterlagen.)

Die aktuelle Kampagne entstand nach mehreren lokal berichteten Vorfällen, unter anderem nach einem Ereignis in einem Einkaufszentrum, bei dem eine Mutter vom Sicherheitspersonal zum Verlassen eines Stillplatzes aufgefordert worden sein soll; Medien haben dies als Anlass für die Sichtbarmachung genannt. Fotografisch begleitet wurde die Kampagne unter anderem von Anika Krickl; die Politologin Sirid Böhm hat die Initiative mitangestoßen. (Beleg: Zeitungsberichte und Interviews.)

Reaktionen sind geteilt: Befürworterinnen sprechen von einem wichtigen Signal zur Normalisierung und verweisen auf Empfehlungen von Gesundheitsinstitutionen. Kritikerinnen und Kritiker sehen Diskussionen über öffentliche Moralvorstellungen oder fordern eindeutigere Regelungen in öffentlichen Einrichtungen. Rechtlich ist das Stillen in Deutschland nicht untersagt; kontroverse Einzelfälle führen jedoch zu politischem und kommunalem Handlungsdruck, etwa durch Informationsangebote oder Sensibilisierungsmaßnahmen. (Beleg: Stellungnahmen und Empfehlungen im Kontext der Nationalen Strategie.)

Folgen der Debatte könnten sein: verstärkte kommunale Informationsarbeit, mehr sichtbare Stillräume als Angebot (nicht zwingend als Vorgabe) und eine stärkere Einbindung von Gesundheitsämtern und Elternvertretungen in Aufklärungskampagnen. Sachlich getrennt bleiben muss, was belegbar ist (Gesetzeslage, Empfehlungen, dokumentierte Vorfälle) und was Prognose oder Forderung ist (Verhaltensänderung in der Gesellschaft).

Redakteurin: Clara Simonichek (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

Ende des Artikels

Anzeige

Aus dem PHOTRA-Netzwerk