Mehrere Städte in Franken haben ihre Maßnahmen gegen die gebietsfremde Große Drüsenameise (Tapinoma magnum) ausgeweitet. Nach aktuellen Berichten aus der Region verzeichnen Kommunen vermehrte Funde in dicht bebauten Quartieren und passen Abläufe bei Meldung, Reinigung und Entsorgung an. Besonders aus Nürnberg liegen Hinweise auf belastete Wohnbereiche und Beeinträchtigungen in Gärten und an Bauflächen vor.
Die Kommunen betonen, dass es sich nicht um die auf der Unionsliste geführte Rote Feuerameise (Solenopsis invicta) handelt. Die Große Drüsenameise stammt aus dem Mittelmeerraum und breitet sich seit einigen Jahren nördlich der Alpen aus. Sie bildet häufig großflächige Kolonien mit zahlreichen Nestern. Laut Fachleuten können dadurch Pflasterflächen und Rasen destabilisiert werden, was insbesondere in verdichteten Stadtbereichen zu Konflikten führt.
Nach Angaben der Verwaltungen bündeln die Städte Meldestellen, richten klare Kontaktwege ein und verweisen auf Verhaltensregeln bei Erdarbeiten. Bei Umsetzungen von Boden, Substraten und Topfpflanzen warnen sie vor unbeabsichtigter Verschleppung. In Nürnberg werden Anwohnende gebeten, Vorkommen mit Fotos und Fundortangaben zu melden; Arbeitsabläufe in Bauhöfen und im Grünflächenmanagement werden angepasst. Eine flächendeckende Ausrottung gilt als schwierig, Ziel ist vielmehr Eindämmung und Monitoring an bekannten Befallsherden.
Das Umweltbundesamt führt die Große Drüsenameise als potenziell invasive Art und empfiehlt besondere Vorsicht bei Sammlung, Transport und Entsorgung befallener Erde. Fachlich zuständige Behörden verweisen zugleich auf die EU-Verordnung Nr. 1143/2014: Für Arten von unionsweiter Bedeutung – dazu gehört die Rote Feuerameise – gelten Melde- und Bekämpfungspflichten. Tapinoma magnum steht derzeit nicht auf dieser Unionsliste; für Kommunen und Eigentümerinnen und Eigentümer sind daher vor allem Prävention, Früherkennung und lokale Gegenmaßnahmen ausschlaggebend.
Die ökologische Bewertung bleibt in Bewegung. Fachleute warnen, dass invasive Ameisen heimische Artengemeinschaften verdrängen können und über Gebäude- oder Infrastrukturkontakt Schäden verursachen. Wie stark sich Tapinoma magnum in Franken weiter ausbreitet, hängt nach heutigem Kenntnisstand von Witterung, Urbanisierungsgrad und Mobilität von Bodenmaterial ab. Prognosen sind unsicher und werden von den Behörden zurückhaltend formuliert.
Fest steht: Die betroffenen Städte setzen auf koordiniertes Vorgehen. Sie sammeln Meldedaten, justieren Prozesse im Umgang mit befallenen Flächen und informieren über sachgerechte Entsorgung. Das Monitoring wird nach Auskunft der Kommunen und des Umweltbundesamts fortgeführt und bei neuen Befunden angepasst.
Redakteur: Andreas M. Brucker (Artikel mit KI-Unterstützung).