Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, hat am 31. Oktober 2026 in einem Interview des Senders NDR Info eine scharfe Kritik an der aktuellen Generationengerechtigkeit in Deutschland formuliert. Fratzscher sagte, die ältere Generation profitiere zunehmend auf Kosten der jüngeren: Steigende Ausgaben für Renten, Pflege und Gesundheit sowie Steuer- und Sozialentscheidungen führten zu einer erheblichen Belastung nachfolgender Jahrgänge. Das Interview wurde am 31. Oktober 2026 veröffentlicht und ist nach Angaben des Senders bis zum 31. Oktober 2028 abrufbar. ([ndr.de](https://www.ndr.de/nachrichten/info/fratzscher-die-aelteren-leben-zu-stark-zulasten-der-juengeren%2Caudio-3568782.html?utm_source=openai))
Als wirtschaftspolitischer Anlass nannte Fratzscher die anstehende Debatte um Renten- und Sozialreformen; er forderte konkrete Maßnahmen, um die Lasten gerechter zu verteilen. Zu den von ihm mehrfach vorgebrachten Vorschlägen zählen die Stärkung der Grundrente, eine stärkere Belastung großer Vermögen im Rentenalter und strukturelle Anpassungen bei Beiträgen und Leistungsansprüchen. Fratzscher betonte, dass ohne solche Eingriffe die jüngeren Generationen durch höhere Beiträge und geringere Perspektiven zunehmend benachteiligt würden. Diese Position steht in Kontinuität zu früheren Äußerungen Fratzschers in deutschen Medien, etwa in Interviews zur Rentenkommission und zu Reformpaketen der Bundesregierung. ([tagesschau.de](https://www.tagesschau.de/inland/fratzscher-reformpaket-bundesregierung-100.html?utm_source=openai))
Politisch und fiskalisch hat die Aussage unmittelbare Relevanz: In Berlin wird die Frage der Alterssicherung derzeit auf mehreren Ebenen verhandelt — in parlamentarischen Gremien, in der öffentlichen Debatte und in Arbeitsgruppen zur Rentenreform. Experten sehen mehrere Konfliktlinien: kurz- bis mittelfristige Entlastungen junger Haushalte versus langfristige Stabilität der Sozialsysteme; eine stärkere direkte Besteuerung von Vermögen versus Beitragserhöhungen für Erwerbstätige. Fratzschers Einordnung dürfte den Druck auf die Koalition erhöhen, klarere Prioritäten zu benennen und konkrete Finanzierungsvorschläge vorzulegen. ([tagesschau.de](https://www.tagesschau.de/inland/generationengerechtigkeit-104.html?utm_source=openai))
Sachstand und Einordnung: Die Äußerungen Fratzschers stellen eine politisch relevante Bewertung dar, keine rechtliche Feststellung. Zahlen, konkrete Gesetzesvorschläge oder verbindliche Zeitpläne nannte er im NDR-Interview nicht; entsprechende Reformschritte wären Aufgabe von Regierung und Parlament. Aussagen von Fratzscher lassen sich mit Berichten anderer Qualitätsmedien und früheren Interviews abgleichen, die seine Einschätzung einer wachsenden Umverteilung von Jung zu Alt stützen. Weitere Entscheidungen über konkrete Maßnahmen bleiben politisch offen und wären gesondert zu prüfen. ([ndr.de](https://www.ndr.de/nachrichten/info/fratzscher-die-aelteren-leben-zu-stark-zulasten-der-juengeren%2Caudio-3568782.html?utm_source=openai))
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).