Gesundheit

Freiburger Verfahren mit Licht reduziert Entzündungen und macht Immuntherapie verträglicher

Eine Freiburger Forschungsgruppe berichtet, dass eine extracorporale Photopherese mit UV‑A‑Bestrahlung von Blutzellen Entzündungsreaktionen bei Nebenwirkungen der Krebsimmuntherapie deutlich mindert und in einer Phase‑II‑Studie die Beschwerden vieler Patientinnen und Patienten verbesserte.

Forscherinnen und Forscher der Universitätsmedizin Freiburg berichten, dass eine mit Licht kombinierte Blutbehandlung die entzündlichen Nebenwirkungen moderner Krebsimmuntherapien spürbar reduziert. Grundlage ist die extracorporale Photopherese: Patientinnen und Patienten erhalten Blutentnahme, Ex‑vivo‑Behandlung der Leukozyten mit einem lichtempfindlichen Wirkstoff und anschließende Bestrahlung mit UV‑A‑Licht, bevor die Zellen zurückinfraziert werden. Nach Angaben der Freiburger Klinik führten diese Eingriffe in einer klinischen Phase‑II‑Studie bei 30 Behandelten innerhalb von zwölf Wochen bei 96 Prozent der auswertbaren Fälle zu einer teilweisen oder vollständigen Besserung der Beschwerden. ([uniklinik-freiburg.de](https://www.uniklinik-freiburg.de/presse/pressemitteilungen/detailansicht/7023-freiburger-entdeckung-macht-krebsimmuntherapie-vertraeglicher.html?utm_source=openai))

Der Mechanismus, wie die Lichtbehandlung die Entzündungsreaktion dämpft, wird in der Vorarbeit der Gruppe weiter aufgeklärt: Demnach spielt das körpereigene Fettstoffwechsel‑Molekül Adiponektin eine wichtige Rolle für die immunmodulierende Wirkung nach UV‑A‑Exposition der behandelten Zellen. Labor- und präklinische Befunde hatten bereits gezeigt, dass mit Licht gesteuerte Eingriffe Immunreaktionen gezielt verändern und Tumormikroumgebungen weniger unterdrückend machen können. Solche Ansätze reichen von Photo‑immuntherapien über optogenetische Methoden bis zu nanoinduzierbaren Schaltern; die Freiburger Publikation verknüpft nun eine klinische Anwendung mit molekularen Befunden. ([cibss.uni-freiburg.de](https://www.cibss.uni-freiburg.de/de/news/uv-licht%20bestrahlte%20blutzellen-2?utm_source=openai))

Die Behandlung ist nicht identisch mit klassischen Systemtherapien, sondern nutzt ein bereits in Spezialbereichen etabliertes Verfahren der Transfusionsmedizin – die extracorporale Photopherese – und überträgt es auf immunvermittelte Therapiekomplikationen. Nach Aussage der Studiendelegation blieb die antitumorale Wirksamkeit der Immuntherapie erhalten; Ziel war ausdrücklich, schwere Nebenwirkungen zu mildern, ohne den Therapieerfolg gegen den Krebs zu gefährden. Konkrete Wirksamkeitsdaten der Krebsbehandlung selbst wurden in der Pressemitteilung nicht als primäre Endpunkte der Phase‑II‑Studie genannt und bedürfen weiterer randomisierter Untersuchungen. ([uniklinik-freiburg.de](https://www.uniklinik-freiburg.de/presse/pressemitteilungen/detailansicht/7023-freiburger-entdeckung-macht-krebsimmuntherapie-vertraeglicher.html?utm_source=openai))

Für die Praxis bedeuten die Ergebnisse einen Hinweis auf eine ergänzende Behandlungsoption für Patientinnen und Patienten mit therapieassoziierten, immunvermittelten Entzündungen. Die Freiburger Arbeitsgruppe und weitere Teams in Deutschland stehen laut Mitteilung in Gesprächen mit Zulassungsstellen und Prüfstellen, um Einsatzbereiche und Regularien abzuklären; ein konkretes, allgemein verfügbares Therapiesystem bleibt Gegenstand weiterer Prüfungen. Bis dahin sind die Ergebnisse als vielversprechend zu werten, aber noch nicht als generelle Empfehlung für alle Betroffenen zu interpretieren. ([uniklinik-freiburg.de](https://www.uniklinik-freiburg.de/presse/pressemitteilungen/detailansicht/7023-freiburger-entdeckung-macht-krebsimmuntherapie-vertraeglicher.html?utm_source=openai))

Redakteurin: Clara Simonichek (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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