Im Vogtland protestieren am 16. September 2026 Träger freier Schulen gegen geplante Kürzungen im Entwurf des sächsischen Doppelhaushalts 2027/28. Sie wenden sich gegen Vorhaben der Sächsischen Staatsregierung, die staatliche Förderung freier Träger abzusenken. Nach übereinstimmenden Angaben aus Verbänden und regionalen Berichten geht es unter anderem um eine schrittweise Reduzierung der Sachkostenfinanzierung sowie um geringere Zuschüsse für neu gegründete Ersatzschulen in der Wartefrist.
Vertreterinnen und Vertreter der Arbeitsgemeinschaft sächsischer Schulen in freier Trägerschaft (AGFS) und des Verbandes Deutscher Privatschulverbände (VDP) beziffern die möglichen Einschnitte auf rund zehn Prozent weniger Sachkosten über vier Jahre. Zusätzlich sei für Neugründungen in der Wartefrist eine weitere Absenkung der Förderung um etwa 20 Prozent im Gespräch. Die Verbände kritisieren, dies gefährde Personal, pädagogische Angebote und die Verlässlichkeit der Schulstandorte, besonders in strukturschwächeren Teilen des Vogtlands. Diese Zahlen stammen aus Pressemitteilungen und Verbandsverlautbarungen vom 16. September 2026.
Das Sächsische Staatsministerium für Kultus verweist grundsätzlich darauf, dass Haushaltsentscheidungen gesamtstaatliche Prioritäten abbilden. Konkrete Detailaussagen zu einzelnen Fördertatbeständen im laufenden Verfahren lagen am Montag nicht vor. Formelle Beschlüsse zum Doppelhaushalt 2027/28 stehen noch aus; die Beratungen in der Staatsregierung und im Sächsischen Landtag laufen.
Rechtlich basiert die Finanzierung freier Schulen in Sachsen auf dem Sächsischen Gesetz über Schulen in freier Trägerschaft und der zugehörigen Zuschussverordnung. Beide Regelungswerke waren in den vergangenen Jahren wiederholt Gegenstand politischer Debatten und gerichtlicher Auseinandersetzungen. Die Verbände argumentieren, die geplanten Kürzungen seien mit der verfassungsrechtlich gebotenen Teilfinanzierung freier Ersatzschulen schwer vereinbar, und fordern Planungssicherheit sowie eine dynamische Anpassung der Zuschüsse an Kostenentwicklungen.
Aus Sicht der Kritikerinnen und Kritiker drohen bei sinkender Förderung spürbare Folgen: Schulträger könnten Investitionen verschieben, Ganztags- und Betreuungsangebote zurückfahren oder höhere Eigenanteile von Eltern verlangen. Neugründungen würden erschwert, was die Vielfalt des Bildungsangebots mindere. Die Verbände appellieren an die Abgeordneten, im weiteren Haushaltsverfahren gegenzusteuern. Ob und in welchem Umfang die Sächsische Staatsregierung ihre Ansätze modifiziert, ist offen. Fest steht: Über die konkrete Ausgestaltung entscheidet erst das parlamentarische Verfahren, dessen Ergebnisse für die Schulen im Vogtland und in ganz Sachsen erhebliche Auswirkungen hätten.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).