Der frühere sächsische Sozialminister Hans Geisler ist am 6. September 2026 im Alter von 86 Jahren gestorben. Das teilte der Internationale Bund am 8. September 2026 mit. Geisler war dem Verband über Jahrzehnte eng verbunden und hatte dort Führungsaufgaben in Gremien übernommen. Zu Todesumständen machte der Internationale Bund keine Angaben. Als Wohnsitz ist Radeberg genannt.
Hans Geisler wurde am 22. März 1940 in Lauban, heute Lubań in Polen, geboren. Nach einem Chemiestudium und der Promotion engagierte er sich nach der Friedlichen Revolution politisch in Sachsen. Zunächst gehörte er dem Demokratischen Aufbruch an, später der CDU. 1990 war er Mitglied der frei gewählten Volkskammer und wechselte im Zuge der deutschen Einheit kurzzeitig in den Deutschen Bundestag. Von November 1990 bis Mai 2002 leitete er das Sächsische Staatsministerium für Soziales, Gesundheit und Familie.
Geisler prägte in den 1990er Jahren den Aufbau der sozialen Infrastruktur im Freistaat. Zu seinen Arbeitsfeldern zählten der Ausbau der Kinder- und Jugendhilfe, die Neuordnung der Pflege und die Eingliederung vormals staatlicher Einrichtungen in ein föderales Gesundheitswesen. Vertreter aus Trägern und Kommunen bescheinigen ihm, Verfahren und Strukturen in der Daseinsvorsorge pragmatisch auf den Weg gebracht zu haben. Für seine Verdienste erhielt er das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse und die Sächsische Verfassungsmedaille.
Neben der Regierungsarbeit war Geisler lange in der Wohlfahrtspflege und Bildungsarbeit tätig. Beim Internationale[n] Bund wirkte er unter anderem als Vizepräsident und als Vorsitzender des Bundeskuratoriums. Zudem engagierte er sich in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit, etwa in Gremien mit Bezug zu Polen. In Sachsen blieb er auch nach dem Ausscheiden aus dem Kabinett Ansprechpartner für Träger sozialer Einrichtungen und kommunale Verantwortungsträger.
Der Internationale Bund würdigte Geislers Beitrag zum Wiederaufbau des Sozialstaats in Sachsen und kondolierte den Angehörigen. Einschätzungen zu seiner politischen Bilanz unterscheiden zwischen den Grundlagenentscheidungen der 1990er Jahre und den nachfolgenden Anpassungen an demografische und finanzielle Entwicklungen. Unstrittig ist, dass viele bis heute bestehende Regelungs- und Trägerstrukturen auf Entscheidungen aus seiner Amtszeit zurückgehen. Angaben zu Bestattung und Trauerfeier liegen derzeit nicht vor.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).