Die Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof hat am 2. Oktober 2026 beim Amtsgericht Düsseldorf ein Insolvenzverfahren beantragt. Es ist nach 2020, 2022 und 2024 die vierte Insolvenz innerhalb von sechs Jahren. In Bayern reagieren Beschäftigte und Kommunalvertreter mit Sorge. BR24 berichtet von „geschockten“ Teams nach kurzfristigen Informationsrunden am Freitagmorgen. Konkrete Beschlüsse zu Filialschließungen liegen noch nicht vor.
Nach Angaben aus Medienberichten arbeiten bundesweit rund 12.000 Menschen für Galeria Karstadt Kaufhof. Wie viele Arbeitsplätze in Bayern betroffen sein könnten, ist offen. Vertreterinnen und Vertreter des Betriebsrat betonten, die wiederholten Restrukturierungen hätten die Standorte personell und organisatorisch ausgedünnt. Der Handelsverband verwies auf strukturelle Belastungen des Warenhausgeschäfts durch sinkende Umsätze, hohe Mieten und den Wettbewerb des Onlinehandels.
Aus bayerischen Städten kam der Hinweis auf die Rolle der Kaufhäuser für lebendige Innenstädte. Der Bamberger Oberbürgermeister hob die lokale Bedeutung des Hauses in der Altstadt hervor. Auch aus anderen Kommunen wurden Sorgen über mögliche Leerstände und Nachfragerückgänge im Umfeld geäußert. Zugleich wurde auf die Erfahrungen früherer Runden mit Filialschließungen verwiesen, die vielerorts zu längeren Umnutzungsphasen geführt haben.
Zum rechtlichen Verfahren teilte Galeria mit, den Fortbetrieb zunächst sichern zu wollen. Zuständig ist das Amtsgericht Düsseldorf. Mit der Antragstellung greifen insolvenzrechtliche Regelungen wie vorläufige Maßnahmen zum Gläubigerschutz. Für Beschäftigte kommen im Fall ausbleibender Löhne Ansprüche auf Insolvenzgeld in Betracht. Ob das Gericht ein Schutzschirmverfahren zulässt oder ein reguläres Insolvenzverfahren eröffnet, entscheidet sich in den nächsten Tagen. Optionen reichen von Sanierungsangeboten durch Investoren bis zu weiteren Filialschließungen; darüber ist noch nicht entschieden.
Hintergrund der neuerlichen Krise sind nach übereinstimmenden Berichten akute Liquiditätsengpässe und anhaltende Ertragsprobleme. Mehrere Eigentümer- und Sanierungsrunden in den vergangenen Jahren konnten die wirtschaftliche Basis nicht dauerhaft stabilisieren. Fachleute sehen neben branchentypischen Risiken eine zu geringe Anpassung des Sortiments und der Flächen an verändertes Konsumverhalten.
Bestätigt sind derzeit der Insolvenzantrag und die Reaktionen in Belegschaften und Kommunen. Offen sind Zahl, Lage und Zeitpunkt möglicher Filialschließungen sowie der Verlauf des Insolvenzverfahrens. Weitere Entscheidungen werden von Gericht und Verfahrensbeteiligten getroffen und bekanntgegeben.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).