Die Betreibergesellschaft der Globus-Hypermärkte in Russland hat Gerhard Schröder am 2. Oktober 2026 in ihren Aufsichtsrat berufen. Das bestätigte die Hyperglobus LLC, in russischen Meldungen auch Giperglobus genannt. Laut dpa soll der frühere Bundeskanzler die strategische Entwicklung des Unternehmens in Russland unterstützen. Auch Reuters verweist auf entsprechende Angaben des Unternehmens.
Die Berufung betrifft die russische Einheit, die seit 2025 nicht mehr Teil der deutschen Globus Holding ist. Nach der Ausgliederung führt die Hyperglobus LLC die Marke in Russland eigenständig weiter. Das Unternehmen begründet den Schritt mit dem Bedarf an Erfahrung in der langfristigen Ausrichtung des Geschäfts. Zu konkreten operativen Aufgaben Schröders wurden zunächst keine Angaben gemacht.
Die Personalie ist in Deutschland politisch sensibel. Schröder war von 1998 bis 2005 Bundeskanzler und pflegte enge Beziehungen nach Russland. Nach seiner Amtszeit übernahm er Funktionen in mehreren russischen Unternehmen oder staatsnahen Konzernen. Vor diesem Hintergrund wird die neue Rolle in Berlin als politisches Signal gewertet. Erste Reaktionen fielen zurückhaltend aus; umfassende Stellungnahmen zentraler Institutionen lagen am Veröffentlichungstag nicht vor.
Für die rechtliche Einordnung ist maßgeblich, dass sich die Tätigkeit auf ein Unternehmen in Russland bezieht, das nicht mehr zur deutschen Globus Holding gehört. Ob daraus Folgerungen aus bestehenden Sanktionsregimen der Europäischen Union oder nationalen Vorschriften erwachsen, prüfen im Bedarfsfall die zuständigen Behörden. Zum Zeitpunkt der Meldung waren keine einschlägigen neuen Beschlüsse bekannt.
Wirtschaftlich setzt die russische Gesellschaft auf Kontinuität der Marke und den Ausbau ihrer Marktposition in Russland. Angaben zu möglichen Veränderungen der Governance im Zusammenhang mit dem Aufsichtsratswechsel veröffentlichte Hyperglobus LLC zunächst nicht. Eine eigene Stellungnahme Schröders lag am 2. Oktober 2026 nicht vor.
Die Informationen beruhen auf Mitteilungen der Hyperglobus LLC und Berichten von NDR, dpa, Reuters und weiteren Medien vom 2. Oktober 2026. Sie ordnen die Entscheidung in den längerfristigen Kontext der Entflechtung westlicher und russischer Geschäftsbeziehungen seit 2022 ein, ohne dass daraus derzeit konkrete politische Maßnahmen in Deutschland abgeleitet wurden.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).