Kurzmeldung
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat am 4. Oktober 2026 ihre Forderung nach einer verbindlichen Arbeitszeiterfassung für Lehrkräfte in Deutschland bekräftigt. Nach Angaben der GEW und eines Berichts des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) nennt die Gewerkschaft jüngste Gerichtsentscheidungen und laufende Pilotprojekte in mehreren Ländern als Anlass für die Forderung. Die GEW fordert, dass die Kultusministerien der Länder zeitnah konkrete, rechtssichere Regelungen und technische Systeme vorlegen.
Die GEW begründet ihren Vorstoß mit dem Arbeitsschutz: Nur eine systematische Erfassung mache unbezahlte Mehrarbeit, Überlastung und gesundheitliche Risiken nachvollziehbar. Die Gewerkschaft spricht von „Gesundheitsschutz“ als einem zentralen Ziel der Erfassung und verweist auf Beschlüsse und Rechtsprechung, nach denen Arbeitgeber verpflichtet sein können, Arbeitszeiten zu dokumentieren. In der öffentlichen Darstellung nennt die GEW außerdem praktische Instrumente, die bereits eingesetzt oder erprobt werden, darunter digitale Angebote einzelner Landesverbände.
Nachweislich laufen oder sind angekündigt Pilotprojekte in einzelnen Bundesländern; die GEW nennt dabei Unterschiede zwischen den Ländern. Während einige Landesverbände bereits Erprobungen starten und eigene Tools anbieten, seien in anderen Ländern verbindliche Regelungen bislang nicht in Sicht. Die Gewerkschaft fordert, Personalvertretungen, Schulaufsicht und Datenschutzbeauftragte in die Ausgestaltung einzubinden, um Fragen der Kategorienbildung, der Abbildung von Deputats- oder Stundenmodellen und des Datenschutzes zu klären.
Die GEW lehnt pauschale Ausnahmen für Lehrkräfte ab und verlangt, dass die Erfassung nicht primär als Kontrollinstrument dient, sondern als Grundlage für Entlastung, Ausgleich und die Prüfung von Ansprüchen auf Ausgleichsleistungen. Konkrete Folgen einer verpflichtenden Erfassung könnten demnach transparenter werdende Arbeitsbelastungen, erhöhte Nachvollziehbarkeit für Personalressourcen und verstärkter politischer Druck für zusätzliche Stellen sein.
Die GEW hat ihre Forderungen in Pressemitteilungen und Landesverlautbarungen im September und Oktober 2026 dokumentiert; ein Beitrag des MDR erschien am 4. Oktober 2026. Die Debatte betrifft eine bundesweite Zuständigkeit der Länder und bleibt rechtlich und organisatorisch offen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).