Die Kläranlage Göhren auf der Insel Rügen ist am 17. September 2026 nach einem mehrjährigen Ausbau offiziell in Betrieb gegangen. Der Zweckverband Wasserversorgung und Abwasserbehandlung Rügen (ZWAR) nennt als Ziel die Anpassung an die stark saisonal schwankenden Abwassermengen im Ostseetourismus. Nach Verbandsangaben flossen in Planung, Bau und Modernisierung rund 22 Millionen Euro.
Kern des Vorhabens war ein mehrstraßiger Ausbau der biologischen Reinigung. Neben der Erneuerung maschinen- und elektrotechnischer Komponenten kamen ein drittes Reinigungsbecken sowie zusätzliche Filterstufen hinzu, um Spitzenzuläufe in den Sommermonaten sicher zu bewältigen. Die genehmigte Ausbaugröße liegt laut ZWAR bei 30.000 Einwohnerwerten; die neuen Stufen sollen die Belastbarkeit bei kurzfristig höheren Zulaufmengen verbessern und die Einhaltung der behördlichen Ablaufwerte absichern.
Auch die Energieversorgung wurde umgestellt: Teile des Betriebs werden nun mit Photovoltaik unterstützt. Der Zweckverband spricht von deutlich sinkenden Stromkosten und nennt als Zielgröße eine Reduktion um bis zu 70 Prozent gegenüber früheren Werten. Diese Zahl ist eine Betreiberangabe und bedarf der Bestätigung durch die Auswertung der Verbräuche im ersten vollen Betriebsjahr. Der Norddeutsche Rundfunk berichtete über die Inbetriebnahme und die geplanten Effekte der Modernisierung.
Der Ausbau wurde nach Verbandsangaben durch kommunale Planung und öffentliche Förderprogramme begleitet. Externe Ingenieurbüros setzten ein bestandsorientiertes Konzept um, das die vorhandenen Anlagen mit neuen mechanischen und biologischen Stufen verbindet. Ziel war es, die Betriebssicherheit in der Hochsaison zu erhöhen und die energetische Bilanz der Anlage zu verbessern.
Für die Gemeinden im Einzugsgebiet verspricht die Kläranlage Göhren mehr Stabilität in Spitzenzeiten und damit einen zusätzlichen Schutz der umliegenden Gewässer. Zugleich rückt die Finanzierung in den Blick: Investitionskosten wirken sich in der Regel zeitversetzt auf die Kalkulation von Abwassergebühren aus. Der ZWAR hat entsprechende Gebührenanpassungen und Haushaltsplanungen angekündigt; konkrete Effekte auf einzelne Haushalte werden sich erst mit den vorliegenden Jahresabschlüssen ablesen lassen.
Fest steht: Die Inbetriebnahme, die technische Erweiterung und die angegebenen Kapazitätsdaten hat der Zweckverband bestätigt. Die erwarteten Energieeinsparungen sind als Prognose ausgewiesen. Mit dem Schritt reagiert die Region Rügen auf den anhaltenden Tourismusdruck und die damit verbundenen Anforderungen an die Infrastruktur in Mecklenburg-Vorpommern.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).