Görlitz hat am 6. November Stadtlicht-Spaziergänge organisiert, bei denen Bürgerinnen und Bürger nach Einbruch der Dunkelheit durch die Altstadt gingen und die Straßenbeleuchtung bewerteten. Die Stadt will damit subjektive Eindrücke zu Atmosphäre, Orientierung und Sicherheit systematisch erfassen und in die laufende Lichtplanung übernehmen.
Nach Angaben der Stadt nahmen an einem ersten Rundgang rund 20 Menschen teil. Start war am Postplatz, weitere Stationen waren Marienplatz, Klosterplatz und Fischmarkt. Teilnehmende beschrieben deutliche Unterschiede zwischen Orten, an denen Licht Architektur und Wegeführung unterstützt, und Bereichen, die als zu dunkel und verunsichernd wahrgenommen werden. Genannt wurden zugleich gelungene Elemente – etwa große, historisch anmutende Laternen am Fischmarkt – sowie der Wunsch nach besserer Ausleuchtung an einzelnen Plätzen, vor allem mit Blick auf das Sicherheitsgefühl älterer Menschen.
Die Führung leitete Stadtentwickler Friedemann Dreßler vom Amt für Stadtentwicklung. Er erläuterte, die ausgefüllten Fragebögen würden ausgewertet und die Ergebnisse transparent in die weitere Planung eingespeist. Konkrete Zeitpläne für bauliche Anpassungen nannte die Verwaltung beim Rundgang nicht. Die Rückmeldungen sollen unter anderem in Konzepte zur Platzbeleuchtung und in das Projekt Die Spur der Sterne einfließen – eine als winterliche Lichtspur zwischen Altstadt und Geschäftszentrum geplante Verbindung.
Die Beteiligungsform kombiniert geführte Abendspaziergänge mit standardisierten Fragen zu Helligkeit, Lichtfarbe, Blendung und Orientierung. Fachlich wird zwischen technischen Parametern wie Leuchtstärke, Energieverbrauch und Lichtfarbe einerseits sowie Wahrnehmungsaspekten andererseits unterschieden. Abzuwägen sind zudem denkmalpflegerische Belange, die Wirkung auf historische Fassaden und Auswirkungen auf Lichtverschmutzung und Nachtökologie.
Die Stadt verweist für nächste Schritte auf ihr Beteiligungsangebot und weitere öffentliche Termine. Die Aktion reiht sich in Vorhaben zur Modernisierung der Beleuchtung ein. Förderprojekte zur Umrüstung auf LED-Leuchten und zur Erneuerung von Beständen sind bereits angekündigt, die Stadtwerke sind bis 2039 für Betrieb und Instandhaltung der Straßenbeleuchtung zuständig. Der aktuelle Anlass ist die Auswertung der beim Rundgang gesammelten Rückmeldungen; über die Umsetzung einzelner Maßnahmen wird der Stadtrat zu entscheiden haben.
Zugeschriebene Aussagen der Teilnehmenden geben persönliche Eindrücke wieder; eine abschließende fachliche Bewertung steht aus. Die Verwaltung betont, Ergebnisse und mögliche Prioritäten öffentlich zu machen, sobald die Auswertung vorliegt.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).