Zum Start der Grippesaison am 9. Oktober 2026 rechnen Gesundheitsbehörden in Deutschland mit einem Anstieg von Influenza-Fällen. Das Robert Koch-Institut berichtet zugleich von anhaltend niedrigen Impfquoten, die hinter den Zielwerten für Risikogruppen zurückbleiben. Jüngste Auswertungen im Epidemiologischen Bulletin zeigen bei Kindern und Jugendlichen mit Indikation weiterhin nur eine Impfquote um die zehn Prozent. Auch bei älteren Menschen und in medizinischen Berufsgruppen bleibt die Durchimpfung deutlich unter dem angestrebten Niveau.
Die Ständige Impfkommission empfiehlt die saisonale Influenza-Impfung insbesondere für Personen ab 60 Jahren, Menschen mit chronischen Erkrankungen, Schwangere sowie Beschäftigte mit engem Patientenkontakt. Für ältere Menschen werden Hochdosis- oder adjuvantierte Impfstoffe empfohlen; die Kosten übernehmen in der Regel die Krankenkassen. Nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts könnte eine höhere Impfquote sowohl den individuellen Schutz verbessern als auch Ausfälle und Krankenhausaufnahmen reduzieren.
Warum bleibt die Nachfrage gering? Fachleute nennen drei Hauptgründe: Erstens wird das persönliche Risiko häufig unterschätzt, weil Influenza saisonal und in wechselnder Stärke auftritt und milde Verläufe die Gefahr verdecken. Zweitens bestehen Informationslücken, etwa dazu, wer eine ausdrückliche Empfehlung erhält und wann der beste Zeitpunkt für die Impfung ist. Drittens erschweren organisatorische Hürden die Inanspruchnahme, darunter begrenzte Praxiszeiten, fehlende niedrigschwellige Angebote in Einrichtungen und eine als kompliziert empfundene Terminorganisation.
Das Robert Koch-Institut betont, dass diese Befunde auf Daten aus der Impfquotenüberwachung und aus Abrechnungen beruhen. Eine pauschale Prognose zur Belastung des Gesundheitssystems ist damit nicht möglich, weil Verlauf und Schwere der Saison vom dominierenden Virustyp und der tatsächlichen Impfquote abhängen. Klar ist jedoch: Je früher und breiter geimpft wird, desto eher lassen sich schwere Verläufe und Personalausfälle in Kliniken und Pflegeeinrichtungen verringern.
Gesundheitsämter, Fachgesellschaften und der Gemeinsamer Bundesausschuss verweisen auf Maßnahmen, die den Zugang verbessern sollen. Dazu zählen Aufklärungskampagnen, mobile Impfangebote, Betriebsimpfungen und eine präzisere Datengrundlage in der Impfquotenüberwachung. Ob diese Ansätze kurzfristig zu einer deutlich höheren Impfquote führen, bleibt zu beobachten. Für den aktuellen Saisonbeginn empfehlen Fachleute, bestehende Angebote zügig zu nutzen und Informationsbedarfe gezielt zu adressieren, damit die erwartete Grippewelle Deutschland weniger stark trifft.
Redakteurin: Clara Simonichek (Artikel mit KI-Unterstützung).