Das Parlament von Grönland, der Inatsisartut, hat am 3. November 2026 das im September 2026 geschlossene Sicherheitsabkommen mit den Vereinigten Staaten und dem Königreich Dänemark ratifiziert. Mit dem Beschluss in Nuuk ist der Weg für eine Aktualisierung der sicherheitspolitischen Zusammenarbeit in der Arktis bereitet. Das Abkommen kann jedoch erst in Kraft treten, wenn das dänische Folketing zustimmt und die formalen Ratifikationsurkunden ausgetauscht sind.
Die Vereinbarung ergänzt und modernisiert das Verteidigungsarrangement von 1951 zwischen den Vereinigten Staaten und Dänemark, das die sicherheitspolitische Rolle Grönlands im Nordatlantik seit Jahrzehnten prägt. Nach den offiziellen Texten regelt sie unter anderem Zuständigkeiten, Statusfragen für US-Personal, Nutzungsrechte an vorhandener und künftiger Infrastruktur sowie Verfahren der Konsultation mit der grönländischen Regierung. Konkrete Standorte, Umfang möglicher Ausbauten und Zeitpläne sollen in nachgelagerten technischen Absprachen festgelegt werden.
Formell bindet die Ratifizierung in Nuuk nur die grönländische Seite. Für die volle Wirksamkeit ist die Zustimmung des dänischen Parlaments erforderlich. In Kopenhagen ist die Befassung im November vorgesehen; erst danach kann die Vereinbarung durch diplomatische Noten in Kraft gesetzt werden. Bis dahin gelten die bisherigen Bestimmungen weiter.
Hintergrund ist die wachsende strategische Bedeutung der Arktis. Grönland liegt an Schlüsselrouten des Nordatlantik und ist für Frühwarn-, Kommunikations- und Überwachungsaufgaben zentral. Die schon heute bestehende US-Präsenz in Grönland wird durch das Abkommen rechtlich neu gerahmt. Befürworter verweisen auf verbesserte Koordination, Rechtssicherheit und potenzielle Investitionen in Infrastruktur. Kritiker warnen vor unklaren Informationsflüssen, unzureichender Transparenz gegenüber der lokalen Bevölkerung und möglichen langfristigen Abhängigkeiten.
Für Deutschland und seine Partner in der NATO ist die Stabilität im Hohen Norden von unmittelbarem Interesse. Sicherer Schiffs- und Luftverkehr, robuste Transatlantikverbindungen und die Resilienz kritischer Infrastrukturen im Nordatlantik gelten als sicherheitspolitische Kernpunkte. Die Bundesregierung verweist in diesem Zusammenhang regelmäßig auf die Bedeutung abgestimmter Verfahren innerhalb des Bündnisses und die Souveränität des Königreichs Dänemark über Grönland. Zugleich beobachtet Deutschland als Mitglied der Europäischen Union und als Beobachter im Arktischen Rat die sicherheitspolitische Entwicklung in der Arktis mit Blick auf mögliche Folgen für Handel, Forschung und Klimaschutz.
Die weitere Dynamik hängt nun von der Ratifizierung im Folketing und den anschließenden Umsetzungsvereinbarungen ab. Beide Seiten betonen, dass regelmäßige Konsultationen mit Grönland Teil des künftigen Vorgehens bleiben sollen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).