Die Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen hat am 20. Oktober 2026 eine Kleine Anfrage zum Wasserstoffhochlauf an die Bundesregierung gerichtet. Die Abgeordneten wollen verbindlich wissen, welche Schritte die Bundesregierung für den Markthochlauf plant, wie die Finanzierung mittelfristig gesichert werden soll und ob Wasserstoff weiterhin als zentrales Instrument für schwer elektrifizierbare Industrieprozesse gilt.
Im Fokus der Anfrage stehen die Strategie der Bundesregierung, die Verteilung der Fördermittel und die Einbindung kleiner und mittlerer Unternehmen. Die Grünen verlangen unter anderem Auskunft, ob Förderprogramme gezielt auf die Bedürfnisse dieser Betriebe zugeschnitten werden und wie Antragsverfahren vereinfacht werden können. Zudem wird nach dem Umgang mit dem EU‑Regelwerk für erneuerbaren Wasserstoff und nach der Koordinierung mit anderen Mitgliedstaaten gefragt. Ausdrücklich adressiert wird auch die Frage, in welchem Umfang sogenannter blauer Wasserstoff im Rahmen deutscher Programme berücksichtigt werden soll.
Anlass der parlamentarischen Initiative ist die Fortsetzung des politischen Prozesses nach dem Wasserstoffbeschleunigungsgesetz. In der 21. Wahlperiode haben der Deutsche Bundestag und seine Ausschüsse wiederholt zur Infrastruktur, zur Versorgung mit erneuerbarem Wasserstoff und zu industriepolitischen Leitplanken beraten. Strittig geblieben sind dabei vor allem Umfang und Priorisierung der Förderung sowie die Umrüstungspläne für Netze und Speicher.
Die Fraktion begründet ihre Anfrage mit jüngsten Hinweisen aus Unternehmen und Verbänden, wonach Investitionsentscheidungen in wasserstoffbasierte Verfahren überprüft oder verschoben werden. Diese Beobachtungen sind Zuschreibungen; sie sollen durch offizielle Angaben der Bundesregierung eingeordnet werden. Ziel der Anfrage ist es, Klarheit über Zeitpläne, Vergabekriterien, Nachhaltigkeitsanforderungen und die Verknüpfung mit europäischem Recht zu schaffen.
Die Bundesregierung wird mit der Kleinen Anfrage aufgefordert, den aktuellen Stand des Wasserstoffhochlaufs transparent darzustellen und offene Punkte zu präzisieren. Die Antworten bilden voraussichtlich eine Grundlage für weitere Beratungen in den zuständigen Ausschüssen und können Folgeinitiativen im Parlament anstoßen. Der Vorgang unterstreicht, dass der Markthochlauf politisch weiter eng begleitet wird – zwischen Klimazielen, Wettbewerbsfähigkeit der Industrie und der Frage, wie Fördermittel wirksam und rechtssicher eingesetzt werden.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).