Die Landesorganisation von Bündnis 90/Die Grünen in Mecklenburg-Vorpommern hat am Samstag, dem 10. Oktober 2026, auf einem Kleinen Parteitag in Rostock einstimmig für die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen mit der SPD und der Partei Die Linke gestimmt. Der Beschluss folgt den Empfehlungen der Verhandlungsleitungen der drei Parteien nach rund drei Wochen Sondierungsgesprächen; SPD und Linke hatten ihren Gremien bereits zugestimmt. Als nächster Schritt sind formelle Koalitionsverhandlungen vorgesehen, die nach Ankündigung der SPD-Landesvorsitzenden Manuela Schwesig am Montag, dem 12. Oktober 2026, beginnen sollen.
Der Parteitagsbeschluss wurde von der Grünen-Fraktionsvorsitzenden Claudia Müller als Vertrauensvorschuss bezeichnet; sie betonte zugleich, es habe in Rostock „auch kritische Worte“ gegeben. Die Entscheidung markiert für die Grünen den möglichen Eintritt in eine erste Regierungsbeteiligung auf Landesebene in Mecklenburg-Vorpommern seit Jahrzehnten. SPD, Linke und Grüne nennen Stabilität, Verlässlichkeit und die Bereitschaft zur gemeinsamen Verantwortung als Leitlinien der angestrebten Koalition.
Hintergrund der Gespräche sind die Landtagswahl und die Mandatsverteilung, die eine Mehrheit für ein rot-rot-grünes Bündnis in Aussicht stellt. SPD-Landesvorsitzende und amtierende Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat ausdrücklich den Wunsch geäußert, rasch verhandeln zu können, um die Regierungsbildung vor der konstituierenden Sitzung des Landtags abzusichern. Konkrete Personalfragen, Ressortaufteilungen und politische Prioritäten der Verhandlungen wurden von den Parteien bislang nicht vollständig offengelegt; die Verhandlungsführer der drei Parteien kündigten an, diese Punkte in den kommenden Verhandlungsrunden zu klären.
Relevante Themen, die in den Sondierungen genannt wurden und die auch die öffentliche Erwartung prägen, sind Klimaschutz und Energiewende, Wirtschafts- und Strukturpolitik für die Regionen, Sozialpolitik sowie die Stärkung kommunaler Handlungsmöglichkeiten. Politische Gegner und Beobachter weisen zugleich auf mögliche Spannungsfelder hin, etwa bei Finanzierungsfragen, Windenergie und Fragen der sozialen Absicherung.
Die Aufnahme formeller Koalitionsverhandlungen ist kein endgültiger Regierungsvertrag; jede Partei muss ein Verhandlungsergebnis intern bestätigen. Sollte ein Vertrag zustande kommen, werden die beteiligten Gremien über Annahme oder Ablehnung entscheiden. Damit bleibt der weitere Weg zur Regierungsbildung offen und davon abhängig, ob SPD, Linke und Grüne in den kommenden Wochen einen tragfähigen Kompromiss erreichen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).