In Neumünster hat am Samstag der Landesparteitag von Bündnis 90/Die Grünen begonnen. Delegierte beraten dort heute und morgen über den Entwurf des Wahlprogramms für die Landtagswahl 2027 in Schleswig-Holstein. Der Landesverband beziffert den Text auf mehr als 270 Seiten. Zugleich formuliert die Partei ein Wahlziel: Sie will im April 2027 mindestens 20 Prozent der Stimmen erreichen, um sich als verlässliche Regierungsoption zu positionieren.
Der Programmentwurf bündelt nach Angaben der Landespartei Ergebnisse aus Ideenkonferenzen und zahlreichen Änderungsanträgen. In der Sache verknüpft er Umwelt- und Klimapolitik mit sozialen Vorhaben. Genannt werden unter anderem ein beitragsfreies letztes Kitajahr, Entlastungen für Mieterinnen und Mieter, eine zeitlich definierte Mobilitätsgarantie im öffentlichen Verkehr sowie Maßnahmen zur Fachkräftesicherung und zur Unterstützung industrieller Transformation. Finanzierungswege werden stellenweise skizziert; konkrete Prioritäten und Umfang sollen die Delegierten im Verlauf des Parteitags festlegen.
Die Parteispitze betont, das Papier solle ökologische und soziale Ziele gleichermaßen tragen und als Grundlage für mögliche Koalitionsverhandlungen dienen. Als bereits bestätigte Spitzenkandidatin führt die Partei Aminata Touré an. Ihre und die Beiträge der Landesvorsitzenden setzen in den Debatten nach Teilnehmerangaben Akzente bei Klimaschutz, sozialer Teilhabe und wirtschaftlicher Erneuerung. Beobachter werten die Marke „20 Prozent“ als strategisches Signal: Es soll Geschlossenheit nach innen stärken und im Wettbewerb um Wählerinnen und Wähler in der politischen Mitte Orientierung geben.
Formell stimmen die Delegierten über einzelne Kapitel und Änderungsanträge ab. Beschlossene Änderungen fließen in die Endfassung ein, die dann als offizielles Angebot für den Wahlkampf gilt. Der jetzt laufende Landesparteitag markiert damit einen zentralen Schritt im Aufbau der Kampagne für die Landtagswahl 2027 in Schleswig-Holstein. Die Partei verweist darauf, Verbände und zivilgesellschaftliche Gruppen früh in den Programmprozess einbezogen zu haben; konkrete Zusagen stehen unter dem Vorbehalt der Haushaltslage und späterer Koalitionsgespräche.
Der weitere Zeitplan sieht vor, zentrale Beschlüsse des Wochenendes zeitnah zu veröffentlichen. In den kommenden Monaten wollen die Grünen Schwerpunkte aus dem Wahlprogramm in Fachkonferenzen vertiefen und regionale Rückmeldungen einholen, bevor das Programm für die Landtagswahl 2027 finalisiert wird.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).