Politik

Grüne verlangen Auskunft zu überarbeiteten Zaunempfehlungen des Bundeszentrums Weidetiere und Wolf

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen erkundigt sich per Kleiner Anfrage nach Gründen und Inhalten der Überarbeitung von Empfehlungen zu wolfsabweisenden Herdenschutzzäunen des Bundeszentrums Weidetiere und Wolf.

Berlin, 20. Oktober 2026 – Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hat die Bundesregierung mit einer Kleinen Anfrage zu einer überarbeiteten Publikation des Bundeszentrums Weidetiere und Wolf befasst. Nach Angaben der Parlamentsnachrichten wurde eine Veröffentlichung mit Empfehlungen zu wolfsabweisenden Herdenschutzzäunen zeitweise von der Internetseite genommen und anschließend überarbeitet. Die Grünen wollen wissen, aus welchen Gründen die Korrekturen erfolgten, welche Passagen geändert wurden und auf welche wissenschaftlichen Grundlagen sich die Empfehlungen stützen.

Die Abgeordneten fragen zudem nach der Versionierung der Schrift, der Einbindung von Ländern, Verbänden und Herdenschutzpraktikern sowie nach möglichen Auswirkungen auf Förderpraxis und Vollzug in den Bundesländern. Konkrete, bereits öffentlich benannte Beanstandungen nennt die Parlamentsmitteilung nicht; die Anfrage zielt darauf, diese Lücken zu schließen. Üblicherweise beantwortet die Bundesregierung Kleine Anfragen innerhalb von zwei Wochen.

Das Bundeszentrum Weidetiere und Wolf ist im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft angesiedelt. Es dient als fachliche Anlaufstelle zu Prävention, Schadensausgleich und Beratung in der Weidetierhaltung sowie zum Wolfsmanagement. Seine Veröffentlichungen bündeln Praxiserfahrungen und Forschung und werden von Ländern und Bewilligungsstellen häufig als Orientierungsrahmen genutzt. Entsprechend groß ist die Bedeutung nachvollziehbarer Kriterien für Herdenschutzzäune, etwa zur Höhe, zur Erdung und zur Spannungsführung.

Der Vorstoß der Grünen fällt in eine Phase intensiver politischer Debatten. Der Bundestag hat 2026 Änderungen am Bundesjagdgesetz und am Bundesnaturschutzgesetz beschlossen, die den Umgang mit dem Wolf neu ordnen. Während Befürworter auf mehr Rechtssicherheit und ein praktikables Bestandsmanagement zur Verringerung von Nutztierschäden verweisen, warnen Umweltverbände und einzelne Wissenschaftler vor Rechtskonflikten mit der Europäischen Union und verlangen, präventiven Herdenschutz konsequenter zu stärken.

Mit der Antwort auf die Kleine Anfrage muss die Bundesregierung offenlegen, wann die Publikation des Bundeszentrums Weidetiere und Wolf zurückgezogen und wieder veröffentlicht wurde, welche inhaltlichen Korrekturen vorgenommen wurden und auf welche Gutachten oder Feldstudien sie sich stützt. Gefragt ist auch, wie betroffene Weidetierhalterinnen und -halter über Änderungen informiert werden. Bis zur Veröffentlichung der Regierungsantwort bleibt damit offen, wie belastbar und praxistauglich die überarbeiteten Empfehlungen sind und ob weiterer Abstimmungsbedarf zwischen Bund und Ländern besteht.

Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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