Die Barlachstadt Güstrow schreibt ein neues Logo und ein aktualisiertes Corporate Design aus. Die Stadtvertretung fasste den Beschluss am 25. und 26. September 2026. Ziel ist ein moderner Gesamtauftritt vor dem 800-Jahr-Jubiläum 2028 und eine stärkere Wirkung im Tourismusmarketing. Über die Umsetzung und eine stufenweise Einführung will die Stadtvertretung nach Auswertung externer Entwürfe erneut entscheiden.
In der Debatte standen vor allem die Kosten und der Zeitpunkt. Für die Ausschreibung wurden 25.000 Euro als Budgetansatz genannt. Mehrere Mitglieder der Stadtvertretung hielten das für unverhältnismäßig, zumal der städtische Haushalt zuletzt eine Kreditaufnahme von 10 Millionen Euro vorsieht. Der Beschluss fiel mit sieben Ja-Stimmen, fünf Nein-Stimmen und sieben Enthaltungen aus.
Bürgermeister Sascha Zimmermann (parteilos) begründete das Vorhaben damit, dass die Stadt nach außen „schlecht aufgestellt“ sei. Er kündigte an, vorhandene Materialien nicht auf einen Schlag zu ersetzen. Stattdessen ist ein gestaffelter, kostenbewusster Austausch vorgesehen – etwa bei Briefpapier, Beschilderung und den digitalen Auftritten. Das bereits entworfene Jubiläumslogo für 2028 soll in das neue Erscheinungsbild integriert werden. Die Verwaltung stellte in Aussicht, den neuen Auftritt im Frühjahr 2027 zu präsentieren.
Hintergrund der Entscheidung sind verstärkte Bemühungen, Güstrow touristisch klarer zu positionieren. Zuletzt hatte die Stadt ihre Sichtbarkeit mit einem großformatigen Fotopoint vor dem Rathaus und weiteren Maßnahmen erhöht. Als Ziele werden eine prägnantere Erkennbarkeit in digitalen Kanälen und eine stärkere Betonung von Kultur, Natur und der historischen Bausubstanz genannt.
Offen bleibt, welche Agenturleistungen genau ausgeschrieben werden und wie hoch die Folgekosten für Einführung und Austausch tatsächlich ausfallen. Noch nicht öffentlich spezifiziert sind zudem Kriterien der Ausschreibung, etwa zu Barrierefreiheit, Nachhaltigkeitsanforderungen und Lizenzregelungen für Nutzungsrechte am Logo. Der Beschluss markiert damit einen Kompromiss zwischen dem Wunsch nach einem zeitgemäßen Auftritt und haushaltspolitischer Zurückhaltung. Die endgültige Bewertung wird vom gestalterischen Ergebnis, von der Akzeptanz bei Einwohnerinnen und Einwohnern sowie von den realen Kosten der Umsetzung abhängen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).