Das Hamburger Spendenparlament entscheidet am 30. Oktober über einen Antrag zur Übernahme der Miet- und Betriebskosten für die Drogenhilfe Palette in der Stresemannstraße 150. Beantragt sind rund 22.000 Euro für das Jahr 2027. Nach Angaben aus der Beschlussvorlage würde eine Zustimmung die Öffnung der Einrichtung über den Jahreswechsel hinaus sichern, obwohl die Sozialbehörde die städtische Förderung zum 31. Dezember 2026 auslaufen lässt.
Die Palette ist ein niedrigschwelliges Angebot für Menschen mit Sucht- und Obdachlosigkeitserfahrungen in Altona. Träger und lokale Politik warnen, dass eine Schließung die Situation im Umfeld verschärfen könnte. Bezirksabgeordnete aus Altona und Hamburg-Mitte forderten in Beschlüssen im September 2026, die Folgen einer Einstellung offenzulegen und eine verlässliche Finanzierung zu sichern. Der Senat wird aufgefordert, eine dauerhafte Lösung zu prüfen. Die Sozialbehörde verweist demgegenüber darauf, die Palette sei als Übergangsangebot angelegt gewesen; eine neue Tagesaufenthaltsstätte in der Nähe solle Teile der Versorgung übernehmen.
Das Hamburger Spendenparlament finanziert laut eigenen Angaben vorrangig zeitlich befristete Vorhaben und Notlagen. Eine Übernahme der Miete für 2027 wäre demnach eine Überbrückungslösung, um den Betrieb zu stabilisieren und Zeit für Verhandlungen zwischen Trägern, Bezirken und der Sozialbehörde zu gewinnen. Ob daraus eine dauerhafte Finanzierung erwächst, ist offen.
Fachverbände und Wohlfahrtsorganisationen sehen in kurzfristigen Spendenmitteln eine Möglichkeit, abrupte Angebotslücken zu vermeiden, kritisieren aber, dass strukturelle Fragen der Suchthilfe ungeklärt bleiben. In Hamburg hat es zuletzt mehrfach Schließungsankündigungen in der Hilfe für suchtkranke und wohnungslose Menschen gegeben. Als Beispiel wird die Wohnstätte Malteser Nordlicht genannt. Aus Sicht der Kritiker droht eine Verknappung spezialisierter Angebote, die die Belastung in anderen Stadtteilen erhöhen könnte.
Für die Nutzerinnen und Nutzer der Palette wäre eine einjährige Mietübernahme ein Signal der Stabilisierung, jedoch ohne Garantie für 2028. Das Hamburger Spendenparlament betont, dass Projekte regelmäßig evaluiert und Folgeanträge eigenständig geprüft werden. Die politischen Beratungen im Bezirk und auf Senatsebene sollen in den kommenden Wochen fortgesetzt werden. Unabhängig vom Ausgang der Abstimmung bleibt die Frage der langfristigen Zuständigkeit und Finanzierung zentral: Spenden können überbrücken, die Struktur der Suchthilfe in Hamburg bestimmen am Ende Politik und Verwaltung.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).