Bei einer öffentlichen Anhörung des Wissenschaftsausschusses der Hamburgischen Bürgerschaft am 29. September 2026 haben Beschäftigte und Studierende der Hamburger Hochschulen die geplanten Sparmaßnahmen des Senats deutlich kritisiert. Aus den Einrichtungen wurden abgesagte Lehrveranstaltungen, unbesetzte Professuren und eine steigende Arbeitsbelastung in Lehre und Verwaltung geschildert. Die Anhörung, die auf Initiative der Opposition zustande kam, dauerte mehrere Stunden.
Vertreterinnen und Vertreter der Universität Hamburg, der HafenCity Universität sowie der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg warnten, die vorgesehenen Einschnitte gefährdeten die Forschungsfähigkeit, verschlechterten Studienbedingungen und erschwerten verlässliche Personalplanung. Studierendenvertretungen berichteten, besonders Tutorien, Stellen für studentische Hilfskräfte und Sachmittel seien von Kürzungen betroffen. Aus hochschulübergreifenden Initiativen und Gewerkschaften kamen Hinweise auf ein erhöhtes Belastungsniveau und erste Fälle von Abwanderung wissenschaftlicher Mitarbeitender.
Gefordert wurden Planungssicherheit und Transparenz: Mehrere Rednerinnen und Redner drängten auf klare Zeiträume, bezifferte Einsparvorgaben und nachvollziehbare Kriterien, um Personal- und Studienpläne rechtzeitig anpassen zu können. Hochschulgremien verwiesen zugleich auf bereits spürbare Folgen vergangener Zurückhaltungen im Haushalt und warnten vor langfristigen Schäden für Forschungsprojekte sowie die Gewinnung und Bindung von Fachkräften.
Der Senat verwies in bisherigen Stellungnahmen auf die Notwendigkeit struktureller Haushaltsanpassungen. In der Anhörung wurden keine unmittelbaren Änderungen an den Kürzungsplänen angekündigt. Damit verlagert sich die Auseinandersetzung formal in das Parlament: Der Wissenschaftsausschuss kündigte vertiefte Beratungen an. In den kommenden Sitzungen sollen finanzielle Folgenabschätzungen, Umsetzungsregeln und mögliche Spielräume für Modifikationen der Einschnitte geprüft werden.
Die Debatte reiht sich in seit Monaten anhaltende Proteste und Appelle aus der Wissenschaft ein, hat sich jedoch durch die öffentliche Anhörung zum Ende des Monats sichtbar zugespitzt. Offen ist, ob der politische Prozess noch zu Korrekturen führt oder ob die Einsparungen in der derzeit skizzierten Form beschlossen werden. Klar ist aus Sicht der Hochschulen: Ohne zusätzliche Mittel drohen Qualitätsverluste in Lehre und Forschung, die sich kurzfristig in überfüllten Seminaren und mittelfristig in geringerer Forschungsleistung niederschlagen könnten. Der weitere Kurs des Senats und die Beschlüsse der Hamburgischen Bürgerschaft werden daher maßgeblich darüber entscheiden, ob und in welchem Umfang die geplanten Einschnitte umgesetzt, verändert oder zurückgenommen werden.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).