Mit dem Herbst beginnt in Deutschland die Drachen-Saison. Aktuell erinnern Netzbetreiber und Medien wie SWR Aktuell an grundlegende Sicherheitsregeln und an die rechtlichen Vorgaben der Luftverkehrs-Ordnung. Ziel ist es, Unfälle zu vermeiden und die Energie- sowie Flugsicherheit zu schützen.
Sicherheitsabstände sind zentral. Fachleute raten, Drachen nur auf weiten, freien Flächen zu starten – fern von Straßen, Bahnlinien, Gebäuden und Menschenansammlungen. Auf Feldern und Wiesen gilt Rücksichtnahme auf Landwirte und Naturschutz. Bei starkem Wind, Regen oder Gewitter sollte der Drachen am Boden bleiben. Für die Handhabung empfehlen sich stabile Leinen, geeignete Spulen und Handschuhe, vor allem bei längeren Leinen.
Besonders kritisch ist die Nähe zu Freileitungen. Netzbetreiber wie Westnetz und Mitnetz Strom warnen, dass schon die Annäherung eines nassen Drachen oder einer Leine zu einem Strommast gefährlich werden kann: Es drohen Lichtbögen, Brände und lebensgefährliche Stromschläge. Gerät ein Drachen in eine Leitung, gilt: Abstand vergrößern, die Leine nicht anfassen, den Störungsdienst informieren und bei Gefahr den Notruf 112 wählen.
Rechtlich sind Aufstiege von Drachen in der Luftverkehrs-Ordnung geregelt. Ab einer Leinenlänge von mehr als 100 Metern ist in der Regel eine Genehmigung der zuständigen Luftfahrtbehörde erforderlich. Zudem sind Schutzbereiche rund um Flugplätze und Segelfluggelände zu beachten; dort kann das Steigenlassen untersagt oder nur unter Auflagen erlaubt sein. Die Regeln dienen dem Schutz des Luftverkehrs, insbesondere von startenden und landenden Luftfahrzeugen.
Bei Verstößen können Bußgelder drohen. Kommt es zu Sach- oder Personenschäden, sind darüber hinaus zivilrechtliche Ansprüche und in schweren Fällen strafrechtliche Folgen möglich. Kommunen und Veranstalter werden von Energieversorgern regelmäßig gebeten, geeignete Flächen auszuweisen und frühzeitig zu informieren, um riskante Starts in der Nähe kritischer Infrastruktur zu verhindern.
Wer einen Ausflug zum Drachensteigen plant, sollte sich vorab über örtliche Beschränkungen informieren, die Wetterlage prüfen und die Leinenlänge im Blick behalten. Entscheidend ist ausreichend Abstand zu Freileitungen und zu Anlagen des Luftverkehrs. So bleibt das Drachensteigen ein unbeschwertes Vergnügen – für die Piloten am Boden, für andere Verkehrsteilnehmer und für die Versorgungssicherheit in Deutschland.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).