Am 22. September 2026 meldet die Deutsche Bahn anhaltende Verspätungen, Langsamfahrstellen und punktuelle Sperrungen wegen Hitzeschäden an der Schieneninfrastruktur. Nach Angaben des Infrastrukturbetreibers DB InfraGO werden Streckenabschnitte in mehreren Bundesländern vorübergehend nur mit reduzierter Geschwindigkeit befahren oder für Prüfungen und Reparaturen gesperrt. Ein Ende der Einschränkungen ist laut Unternehmen witterungsabhängig und derzeit nicht absehbar.
Die aktuellen Maßnahmen umfassen vermehrte Inspektionen, temporäre Geschwindigkeitsbegrenzungen und abgestufte Reparaturarbeiten an Gleisen und Weichen. DB InfraGO begründet dies mit hohen Temperaturen in den vergangenen Wochen und deren Nachwirkungen auf die Anlagen. Wo die Sicherheit es erfordert, richten die Betreiber Ersatzverkehre ein oder strecken Takte, um Engpässe zu überbrücken.
Betroffen sind vor allem Regionalverkehre, vereinzelt aber auch Fernzüge. Aus Baden-Württemberg und Bayern wurden in den vergangenen Wochen verformte Schienen und Gleisbrüche gemeldet, was zu kurzfristigen Sperrungen und umfangreichen Umleitungen führte. Im Raum Stuttgart kam es wiederholt zu verlängerten Fahrzeiten. In Sachsen stellten die Leipziger Verkehrsbetriebe nach Hitzeschäden im Juni ihre Abläufe um: Sie legten einen Hitzeplan vor und änderten die Zusammensetzung der Fugenmasse in straßenbündigen Gleisbereichen. Ein im September 2026 veröffentlichtes Gutachten von TÜV SÜD Rail beschreibt ein Zusammenwirken extremer Temperaturen mit zusätzlicher mechanischer Beanspruchung etwa durch Straßenverkehr an Gleiskreuzungen.
Fachleute führen die Schäden im Kern auf thermische Ausdehnung der Schienen und auf materialbedingte Schwachstellen zurück, die bei lang anhaltender Hitze schneller versagen können. In Stadtbahn- und Straßenbahnnetzen kommen spezifische Risiken durch Fugenmaterialien und die bauliche Einbindung der Gleise hinzu. Vor Ort greifen je nach Lage unterschiedliche Gegenmaßnahmen: messgestützte Temperaturgrenzen und Präventionsprüfungen, temporäre Kühlung, Langsamfahrstellen, punktuelle Gleis- und Weichenreparaturen sowie Ersatzverkehr mit Bussen.
Die Deutsche Bahn und regionale Aufgabenträger betonen, kurzfristige Eingriffe stabilisierten den Betrieb, ersetzten aber keine umfassende Anpassung an häufigere Hitzeperioden. Aus Branchenkreisen heißt es, nötig seien zusätzliche Investitionen in hitzebeständigere Materialien, engere Überwachungszyklen und angepasste Betriebspläne. Nach Berichten von SWR Aktuell und Tagesschau sowie Mitteilungen der Deutschen Bahn bleibt die Lage wetterabhängig; konkrete Entwarnungen gibt es nicht. Für Reisende bedeutet das weiterhin unregelmäßige Fahrzeiten und örtlich längere Reisewege, bis Sanierungen und Anpassungen Wirkung zeigen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).