Ein Wellnesshotel in Büchlberg im Landkreis Passau nutzt seine Tiefgarage als temporären Wassertank, um bei Reinigungen Pool- und Teichwasser zwischenzulagern und anschließend wieder in die Becken zurückzufördern. Der Bayerische Rundfunk berichtete darüber am 12. Oktober 2026. Zuvor hatte die Passauer Neue Presse das Verfahren aufgegriffen.
Nach Angaben des Hoteliers Herbert Stemp fasst eines der größeren Becken des Komplexes rund 1.200 Kubikmeter Wasser. Durch die Wiederverwendung beziffert das Wellnesshotel Das Stemp die jährliche Einsparung auf etwa 6,5 Millionen Liter Frischwasser; die Passauer Neue Presse nennt eine vergleichbare Größe von rund 6,4 Millionen Litern. Zudem werden laut Bayerischem Rundfunk Betriebsausgaben um etwa 25.000 Euro jährlich reduziert. Diese Zahlen beruhen auf Darstellungen des Hotels und Medienberichten.
Der Ablauf ist demnach fest organisiert: Vor Beginn der Reinigung werden Fahrzeuge aus der Tiefgarage entfernt und Zufahrten mit Hochwasserschutzelementen abgedichtet. Dann fließt das Wasser aus den Becken über fest installierte Leitungen in die beschichtete Tiefgarage. Wände und Boden sind laut Hotel mit geeigneten Abdichtungen versehen. Währenddessen werden die Becken mit Hochdruckgeräten gereinigt. In der folgenden Nacht pumpen Mitarbeiter das zwischengespeicherte Wasser mit Hochleistungspumpen zurück in die Becken, nachdem die erforderliche Aufbereitung erfolgt ist.
Fachliche Einschätzungen fallen unterschiedlich aus. Michael Messner von der Deutschen Gesellschaft für naturnahe Badegewässer bezeichnet das Vorgehen als Leuchtturmprojekt, verweist jedoch zugleich darauf, dass hohe Anfangsinvestitionen sich nicht zwingend kurzfristig amortisieren. Unabhängig vom Einzelfall erfordert die kommerzielle Wiederverwendung strikte Wasserhygiene, belastbare Nachweise zur Qualität, geeignete Rückstausicherungen sowie eine dokumentierte Aufbereitung nach den einschlägigen deutschen Vorgaben für Bade- und Beckenwasser in Betrieben.
Das Beispiel zeigt, wie Betriebe in Bayern Kreislaufansätze praktisch erproben, um Frischwasser und Kosten zu sparen. Ob sich das Konzept auf andere Häuser übertragen lässt, hängt nach Einschätzung von Fachleuten vor allem von der baulichen Ausgangslage – etwa verfügbarem Volumen in der Tiefgarage –, der technischen Ausstattung, den Investitionskosten und den lokalen Auflagen der Behörden ab. Für die Region mit starker Nachfrage nach Wellnessangeboten liefert das Projekt einen konkreten Anwendungsfall für Ressourceneffizienz, dessen Nutzen und Grenzen sich erst im längerfristigen Betrieb vollständig bewerten lassen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).