Am 24. Oktober 2026 haben nach Veranstalterangaben Hunderte Menschen im MAC‑Forum des Flughafens München gegen den Bau eines Rückführungsgebäudes protestiert. Die Demonstration richtete sich gegen ein Vorhaben, das am Standort Abläufe für Abschiebungen bündeln soll. Die Polizei sprach am Abend von einem friedlichen Verlauf. Laut Organisatoren war die Kundgebung Teil eines bundesweiten Aktionstags gegen Abschiebungen.
Kern des Konflikts ist ein Projekt der Flughafen München GmbH, die ein Gebäude für Rückführungen errichten und an den Bund vermieten soll. Nach Angaben der Bundesregierung soll die Bundespolizei die Einrichtung betreiben. In Unterlagen des Deutschen Bundestags ist von einer möglichen Kapazität von bis zu 100 Rückführungen pro Tag die Rede. Der Aufsichtsrat der Flughafen München GmbH fasste im Juli 2026 einen Grundsatzbeschluss, das Vorhaben voranzutreiben.
Befürworter verweisen auf die Zuständigkeit der Bundespolizei für Rückführungsflüge und auf die Aussicht, mit einer zentralen Infrastruktur Sicherheits- und Logistikabläufe zu vereinheitlichen. Kritiker sehen darin eine Ausweitung von Abschiebungen und werfen dem Flughafen wirtschaftliche Motive zulasten Schutzsuchender vor. Mehrere zivilgesellschaftliche Gruppen, Gewerkschaften und lokale Initiativen riefen zur Teilnahme an der Demonstration auf.
Rechtlich wird das Verfahren als Planfeststellungsverfahren bei der Regierung von Oberbayern geführt. Verbände und Bürgerinitiativen haben Einwände angekündigt oder bereits eingereicht. In der Kommunalpolitik der Landeshauptstadt München ist das Projekt umstritten. Fraktionen brachten im Stadtrat Initiativen ein, die Einflussmöglichkeiten der Stadt und ihrer Vertreter im Aufsichtsrat der Flughafen München GmbH zu prüfen. Zugleich verweisen Verwaltung und Beteiligte darauf, dass die abschließenden Entscheidungen beim Bund und den zuständigen Fachbehörden liegen.
Aus Parlamentsdrucksachen und Antworten der Bundesregierung geht hervor, dass Zeit- und Kapazitätsangaben unter dem Vorbehalt laufender Planungen und Genehmigungen stehen. Konkrete Termine hängen demnach von den ausstehenden verfahrensrechtlichen Schritten und möglichen Rechtsmitteln ab. Aussagen zu möglichen Inbetriebnahmedaten werden von der Bundesregierung an den Fortgang der Verfahren und an Bauentscheidungen geknüpft.
Die Kundgebung am Flughafen München setzt den politischen Druck auf das Projekt. Sie verändert die rechtliche Lage nicht, erhöht aber die öffentliche Aufmerksamkeit. In den kommenden Wochen sind weitere Stellungnahmen im Planfeststellungsverfahren, politische Debatten in Gremien und gegebenenfalls gerichtliche Auseinandersetzungen möglich. Welche Änderungen am Zuschnitt des Rückführungsgebäudes sich daraus ergeben, ist offen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).