An mehreren deutschen Flughäfen haben am 24. Oktober 2026 zeitgleich Proteste gegen Abschiebungen und Abschiebehaft stattgefunden. Nach übereinstimmenden Angaben von Polizei und Medien versammelten sich Hunderte Teilnehmende unter anderem am Flughafen Leipzig/Halle, am Berlin Brandenburg (BER), in Frankfurt am Main und in Düsseldorf. Für den BER meldete der rbb rund 200 Demonstrierende. Die Polizei in Leipzig sprach von etwa 400 Teilnehmenden. In Frankfurt am Main berichteten lokale Medien und beteiligte Initiativen von rund 300 Menschen.
Die Aktionen richteten sich gegen die generelle Praxis von Abschiebungen, gegen Abschiebehaft sowie gegen Vorhaben, Abläufe stärker zu zentralisieren. In Leipzig kritisierten Rednerinnen und Redner nach lokalen Berichten insbesondere Charterflüge; als Ziel der Kritik wurde die Fluggesellschaft Freebird genannt. Organisiert wurden die Kundgebungen von einem Bündnis aus zivilgesellschaftlichen Gruppen. Dazu zählte nach Veranstalterangaben auch das Netzwerk We'll come united, das zu einem bundesweiten Aktionstag aufgerufen hatte. Die Veranstaltungen waren im Vorfeld koordiniert, fanden jedoch jeweils als separate Versammlungen an den Standorten statt.
Nach Angaben der zuständigen Polizeidienststellen verliefen die Kundgebungen überwiegend friedlich. Teilweise untersagten die Behörden geplante Aktionen in Terminalbereichen und verlegten Versammlungen ins Freie. Größere Auswirkungen auf den regulären Flugbetrieb meldeten die Flughäfen nicht. Reise- und Ferienverkehr seien am Samstag nicht nennenswert beeinträchtigt worden, hieß es übereinstimmend in den Berichten.
Die Proteste stehen im Kontext der anhaltenden Debatte über die Asyl- und Migrationspolitik in Deutschland. Kritikerinnen und Kritiker monieren, dass eine stärkere Bündelung von Abschiebungen den Rechtsschutz Einzelner erschwere und intransparent mache. Mehrere Initiativen forderten vor Ort den Verzicht auf Sammelabschiebungen und den Ausbau unabhängiger Beratungsangebote. Die Bundesregierung verweist demgegenüber auf die Pflicht zur Durchsetzung ausreisepflichtiger Entscheidungen sowie auf Rückführungen in sicherheitsrelevanten Fällen. Vertreterinnen und Vertreter der Flughäfen äußerten sich am Samstag vor allem zum Ablauf der Versammlungen und betonten deren störungsarmen Verlauf.
Konkrete politische Folgen der Aktion blieben zunächst offen. Die Organisatoren bewerteten die Teilnahmezahlen als Signal, die Auseinandersetzung über Abschiebepraxis und Abschiebehaft weiterzuführen. Ob und in welcher Form weitere koordinierte Proteste an Flughäfen folgen, ließen die Initiativen am Abend offen.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).