Tausende Anhänger des inhaftierten früheren Premierministers Imran Khan haben am 4. Oktober 2026 in der nordwestpakistanischen Provinz Khyber Pakhtunkhwa einen Protestmarsch in Richtung Islamabad begonnen. Nach Angaben der Organisatoren und örtlicher Behörden schließen sich unterwegs weitere Unterstützer an. Ziel ist die Hauptstadt, wo die Demonstrierenden Khans Freilassung sowie bessere medizinische Versorgung fordern.
Der Aufbruch folgte dem Scheitern von Gesprächen zwischen Vertretern der Regierung und Khans Partei Pakistan Tehreek-e-Insaf über Auflagen für die Demonstration und mögliche humanitäre Erleichterungen für den Gefangenen. Die Behörden reagierten mit verstärkten Sicherheitsvorkehrungen. In und um die Hauptstadt wurden Kontrollpunkte eingerichtet und Zufahrten mit Barrieren gesichert, um sensible Regierungsviertel abzuschirmen. Medien berichteten von Konvois aus Lastwagen, Bussen und Privatfahrzeugen, die aus verschiedenen Städten der Provinz in Richtung Islamabad unterwegs sind.
Khans Partei spricht von einer politisch motivierten Verfolgung. Der Politiker, der von 2018 bis 2022 die Regierung führte, sitzt seit 2023 in Haft und ist in mehreren Verfahren verurteilt worden. Die Regierung weist den Vorwurf einer politisch gesteuerten Justiz zurück und verweist auf unabhängige Gerichtsentscheidungen. Unabhängige Zahlen zur Größe der Demonstration liegen nicht vor; Berichte aus der Region nennen zunächst mehrere Tausend Teilnehmer.
Sicherheitskräfte verweisen auf Erfahrungen mit früheren Protesten, die in Gewalt umschlugen, und warnen vor möglichen Zusammenstößen entlang der Route nach Islamabad. Für die Bevölkerung entlang der Strecke rechnen lokale Verwaltungen mit temporären Verkehrsbeschränkungen, insbesondere an Brücken, Knotenpunkten und in der Peripherie der Hauptstadt. Bis zum Sonntagabend blieb die Lage nach übereinstimmenden Angaben angespannt, aber überwiegend geordnet.
Politisch erhöht der Marsch den Druck auf die Regierung, die zwischen dem Anspruch, öffentliche Ordnung zu sichern, und der Wahrung von Versammlungsrechten balanciert. Beobachter sehen mehrere mögliche Szenarien: Sollte die Mobilisierung anhalten und die Sicherheitskräfte zurückhaltend agieren, könnte es zu weiteren Verhandlungen zwischen den Konfliktparteien kommen. Ein hartes Vorgehen birgt dagegen das Risiko neuer Eskalationen und könnte die Unterstützung für die Bewegung verstärken. Der weitere Verlauf hängt maßgeblich von der Größe der Züge, der Disziplin der Demonstrierenden und der Einsatzstrategie der Sicherheitskräfte ab.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).