Wiesbaden – Das Statistische Bundesamt meldet für August 2026 eine voraussichtliche Inflationsrate von 2,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Gegenüber Juli 2026 erhöhten sich die Verbraucherpreise um 0,2 Prozent. Die vorläufigen Ergebnisse wurden am 31. August 2026 veröffentlicht und beruhen auf dem Verbraucherpreisindex, der die Preisentwicklung eines repräsentativen Warenkorbs misst.
Die Teuerung wird vor allem durch Energiepreise angetrieben. Sie lagen im August 2026 voraussichtlich 10,5 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Damit setzte sich die Beschleunigung der Energiepreisinflation fort, nachdem im Juli ein Plus von 8,3 Prozent und im Juni ein Plus von 3,4 Prozent gegenüber dem jeweiligen Vorjahresmonat gemeldet worden waren. In der Abgrenzung zum Vormonat ergibt sich ein moderater Gesamtanstieg um 0,2 Prozent.
Die Kerninflation – also die Inflationsrate ohne Nahrungsmittel und Energie – beträgt im August voraussichtlich 2,4 Prozent. Dass die Kernrate unter der Gesamtinflation liegt, verweist auf den dominierenden Beitrag der Energiepreise. Zugleich zeigt die Kernrate, dass auch außerhalb der volatilen Komponenten noch preistreibende Faktoren wirken. Destatis weist regelmäßig auf unterschiedliche Entwicklungen in den Warengruppen hin, etwa auf vergleichsweise stabilere Nahrungsmittelpreise und weiter erhöhten Preisdruck bei einzelnen Dienstleistungen.
Die jetzt veröffentlichten Zahlen sind eine Schnellschätzung. Sie geben die Richtung der Preisentwicklung frühzeitig wieder und werden durch ausführliche Monatsdaten ergänzt, die nach zusätzlichen Meldungen der Länderstatistikämter und weiteren Plausibilitätsprüfungen folgen. Abweichungen zwischen Vorabergebnis und endgültigem Wert sind üblich, fallen aber in der Regel gering aus.
Mit 2,9 Prozent liegt die Inflationsrate weiterhin über dem von der Europäischen Zentralbank angestrebten Wert von zwei Prozent, bleibt aber deutlich unter den Spitzenwerten der Jahre 2022 und 2023. Steigende Energiepreise können kurzfristig die Haushaltsbudgets belasten und insbesondere für energieintensive Unternehmen die Kosten erhöhen. Die Kerninflation nahe zweieinhalb Prozent signalisiert, dass binnenwirtschaftliche Faktoren – etwa Löhne, Dienstleistungen und Teile des Warenkorbs – noch nicht zu einer breiten Entspannung geführt haben. Welche Schlussfolgerungen Geld- und Finanzpolitik daraus ziehen, hängt von der weiteren Entwicklung der Energiepreise und den in den kommenden Wochen veröffentlichten Detaildaten ab. Diese Einschätzungen sind als Einordnung zu verstehen, nicht als Vorhersage künftiger Entscheidungen.
Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).