Wirtschaft

Institute heben Prognose für 2026 auf 1,3 Prozent an

Führende Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre Herbstprognose vorgelegt und das erwartete Wachstum 2026 auf 1,3 Prozent angehoben – warnen aber vor einem Aufschwung auf schmalem Fundament.

Führende deutsche Wirtschaftsforschungsinstitute haben am 24. September 2026 ihre gemeinsame Herbstprognose veröffentlicht und die Erwartung für das reale Bruttoinlandsprodukt 2026 auf 1,3 Prozent erhöht. Gegenüber der Frühjahrsschätzung ist das eine spürbare Aufwärtsrevision. Als Hauptgründe nennen die Institute jüngste Exportzuwächse und eine Erholung der Industrieproduktion.

Der Aufschwung bleibe jedoch anfällig. Oliver Holtemöller vom Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle wird mit der Einschätzung zitiert, der Aufschwung stehe „auf einem schmalen Fundament“. Risiken sieht die Gemeinschaftsdiagnose vor allem in hohen und schwankenden Energiepreisen, verhaltenen Ausrüstungsinvestitionen, strukturellen Standortproblemen sowie geopolitischer Unsicherheit. Auch eine schwache Binnennachfrage könnte die Dynamik dämpfen, falls Reallohngewinne ausbleiben oder die Sparneigung hoch bleibt.

Die beteiligten Institute – DIW Berlin, ifo Institut, IfW Kiel, RWI Essen und das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle – verweisen darauf, dass die Revision vor allem durch stärkere Auslandsnachfrage nach Industriegütern und einen Rückgang der Lieferengpässe zustande kam. Die Kapazitätsauslastung in Teilen des verarbeitenden Gewerbes habe sich stabilisiert, während konsumnahe Dienstleistungen weiter moderat wüchsen. Zugleich bleibe das Investitionsklima verhalten, solange Energie- und Standortkosten hoch seien und Regulierungsunsicherheit anhalte.

Aus Sicht der Geld- und Finanzpolitik ergibt sich daraus kein Freifahrtschein. Zwar deuten nachlassende Preissteigerungen und robuste Beschäftigung auf eine allmähliche Normalisierung hin. Die Institute betonen jedoch, dass die Basis des Aufschwungs eng ist und zusätzliche Schocks – etwa neue Energiepreisschübe oder eine Abkühlung wichtiger Exportmärkte – die Prognose schnell belasten könnten. Empfohlen werden Maßnahmen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit, beschleunigte Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie verlässliche Rahmenbedingungen für private Investitionen in Energie- und Digitalinfrastruktur.

Für den weiteren Ausblick rechnen die Institute mit einer moderat positiven Fortsetzung der Erholung über 2026 hinaus, bei begrenztem Tempo. Auf dem Arbeitsmarkt seien leichte Verbesserungen möglich, sofern die Industrieerholung anhält. Gleichzeitig bleibt die Inflation im Auge zu behalten: Eine spürbare Entlastung hänge von der Energiepreisentwicklung, dem Lohnpfad und der globalen Nachfrage ab. Insgesamt bestätigen die Ergebnisse der Herbstprognose eine Trendwende nach der Schwächephase, ohne die grundsätzlichen Strukturdefizite auszuräumen.

Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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