Die invasive Ameisenart Tapinoma magnum, in Deutschland auch Große Drüsenameise genannt, ist nach Angaben des Umweltministeriums von Baden-Württemberg inzwischen in rund 90 Städten und Gemeinden im Südwesten nachgewiesen. Das bestätigten aktuelle Medienberichte unter Berufung auf das Ministerium. Demnach gehen laufend weitere Meldungen ein.
Besonders betroffen sind Kommunen in Baden-Württemberg; Nachweise liegen zudem in angrenzenden Regionen vor. Aus Kehl, Karlsruhe und Stuttgart werden wiederholt aktive Nester und großflächige Befallsareale gemeldet. Auch Frankenthal und Darmstadt berichten 2026 über Befunde und konkrete Maßnahmen. Kommunale Stellen schildern die Bildung sogenannter Superkolonien, eine rasche Ausbreitung in Siedlungsbereichen sowie erhebliche Belästigungen in Gärten und Innenhöfen. Vereinzelt ist von baulichen Folgeschäden und Störungen an technischen Anlagen die Rede; systematische Erhebungen zu solchen Schäden stehen jedoch aus.
Betroffene Städte setzen vor allem auf Gelköder, das Absuchen befallener Areale und Informationskampagnen für Eigentümerinnen und Eigentümer. Fachstellen raten, Verdachtsfälle an die örtlichen Behörden zu melden und Belegexemplare durch Expertinnen und Experten prüfen zu lassen. Ziel ist es, Befallsherde früh zu erkennen und Eindämmungsmaßnahmen abzustimmen.
Forschende des Staatlichen Museums für Naturkunde Stuttgart und des Umweltbundesamts untersuchen Ausbreitungswege und Populationsstrukturen, unter anderem mittels genetischer Analysen. Sie verweisen darauf, dass Tapinoma magnum große, miteinander kooperierende Superkolonien bilden kann. Diese Eigenschaft erschwert lokale Tilgungen; meist sind realistisch nur Eindämmung und langfristiges Management. Empfohlen wird eine Kombination aus chemischer Bekämpfung in klar definierten Zeitfenstern, Habitatmanagement (zum Beispiel das Reduzieren geeigneter Nistplätze) und kontinuierlichem Monitoring.
Politisch fordern kommunale Vertreterinnen und Vertreter sowie Fraktionen im Landtag zusätzliche Unterstützung des Landes. Genannt werden zentrale Beratungsstrukturen, finanzielle Hilfen für Kommunen und landesweit abgestimmte Leitlinien. Das Umweltministerium von Baden-Württemberg bestätigt, dass Tapinoma magnum seit mehreren Jahren in der Region dokumentiert wird und die Zahl der Fundmeldungen zuletzt zugenommen hat.
Tapinoma magnum stammt aus dem Mittelmeerraum und profitiert von wärmeren, trockenen Standorten, wie sie sich in städtischen Räumen und mit dem Klimawandel zunehmend finden. Für die Bevölkerung gilt: Nahrung offen nicht zugänglich lagern, Zugänge an Gebäuden abdichten und bei starkem Befall Fachbetriebe hinzuziehen. Die Zahl der Nachweise kann sich kurzfristig ändern; die Behörden aktualisieren ihre Lagen kontinuierlich.
Redakteur: Andreas M. Brucker (Artikel mit KI-Unterstützung).