Das Jüdische Museum Berlin bringt seit Oktober eine mobile Ausstellung direkt in Schulen in Baden-Württemberg. Am 26. Oktober berichtete SWR über einen Termin an der Johannes-Kepler-Gemeinschaftsschule in Mannheim, bei dem Vermittlerinnen und Vermittler mit Siebtklässlern mehrere Unterrichtsstunden arbeiteten. Das Museum hatte die Tour am 12. Oktober angekündigt und Stationen unter anderem in Freiamt, Mannheim und Überlingen genannt.
Kern des Angebots ist eine transportable Präsentation, die sich an den Raum und die Abläufe im Klassenzimmer anpasst. Kisten mit Objekten, kurzen Texttafeln, einer kleinen Vitrine sowie Tablets und Videos werden vor Ort aufgebaut und gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern erschlossen. Die Module decken laut Museum vier Felder ab: jüdische Religion und Kultur, Aspekte der Geschichte jüdischen Lebens in Deutschland, Gegenwartsperspektiven sowie Formen von Antisemitismus. Ziel ist ein dialogischer, objektzentrierter Unterricht, der Wissen vermittelt und Gespräche ermöglicht.
Lehrkräfte, die an den Terminen teilgenommen haben, berichten dem SWR von unmittelbaren Lerneffekten: Nach drei Schulstunden hätten viele Jugendliche deutlicher erkannt, wo Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Religionen liegen und wie jüdisches Leben heute in Deutschland gestaltet wird. Zugleich betont das Museum die didaktische Einbettung. Die Bausteine sollen an die Lehrpläne anschließen, Materialien bereitstellen und Lehrkräfte methodisch unterstützen.
Die Initiative knüpft an das Programm on.tour an, mit dem das Jüdische Museum Berlin seit mehr als einem Jahrzehnt bundesweit Schulen besucht. An der aktuellen Runde hebt das Haus die Bündelung mehrerer Stationen in Baden-Württemberg im Herbst hervor sowie die enge Verzahnung analoger Objekte mit digitalen Lernangeboten. Konkrete Evaluationsdaten zur Wirksamkeit dieser Tour liegen in der Ankündigung des Museums nicht vor; weitergehende Auswertungen werden nachgeliefert.
Fachleute aus der Kultur- und Erinnerungspädagogik verweisen darauf, dass mobile Formate besonders dort Zugänge schaffen, wo ein Museumsbesuch organisatorisch schwer zu leisten ist. Für die Arbeit zu jüdischer Geschichte und gegen Antisemitismus empfehlen sie eine klare fachliche Moderation und abgestimmte Schutzkonzepte. Das Jüdische Museum Berlin führt aus, dass die Workshops von geschulten Teams umgesetzt werden und vorab mit den Schulen abgestimmt sind.
Der aktuelle Anlass für die Berichterstattung ist der Schulbesuch in Mannheim, der exemplarisch zeigt, wie die Themen im Unterricht aufgegriffen werden. Die Tour in Baden-Württemberg wird in den kommenden Wochen weitere Klassen erreichen.
Redakteurin: Celestina Fuentes (Artikel mit KI-Unterstützung).