Umwelt

Karausche ist Fisch des Jahres 2027

Deutscher Angelfischerverband, Bundesamt für Naturschutz und Gesellschaft für Ichthyologie haben in Berlin die Karausche zum Fisch des Jahres 2027 bestimmt und warnen vor Rückgängen in Stillgewässern.

Die Karausche ist in Deutschland zum Fisch des Jahres 2027 ernannt worden. Der Deutsche Angelfischerverband, das Bundesamt für Naturschutz und die Gesellschaft für Ichthyologie gaben die Entscheidung in Berlin bekannt. Mit der Auszeichnung wollen die Institutionen auf den Rückgang der Art und die Gefährdung von Stillgewässern und langsam fließenden Gewässern aufmerksam machen.

Fachleute verweisen auf mehrere Ursachen für lokale Bestandsverluste der Karausche. Genannt werden der Verlust strukturreicher Uferzonen, die Vereinheitlichung von Gewässern durch harte Uferausbauten, Nährstoffeinträge sowie häufige Eingriffe in die Gewässerunterhaltung. Zusätzlich belasten Konkurrenz und genetische Vermischung durch nicht heimische Karpfenfische wie den Giebel sowie ausgesetzte Zierfische wie der Goldfisch manche Vorkommen. Die Kombination aus Lebensraumverlust und Hybridisierung gilt als wesentlicher Grund dafür, dass früher verbreitete Bestände der Karausche in vielen Regionen geschrumpft sind.

Die Verbände betonen, dass der Titel Fisch des Jahres kein Symbolakt bleiben soll. Er soll praktische Maßnahmen flankieren: Gewässerrandstreifen sichern, Verlandungszonen zulassen, Altarme und Auen wieder anbinden, Besatz mit nicht heimischen Arten unterlassen und lokale Refugialgewässer erhalten. Auch die Verbesserung der Wasserqualität und ein angepasstes Management von Teichen und Gräben werden als Hebel genannt. Kommunen, Wasser- und Naturschutzbehörden sowie Bewirtschaftende seien gefordert, solche Schritte in Förderprogrammen und Pflegeplänen zu verankern.

Die Karausche ist ein heimischer Karpfenfisch, der flache, pflanzenreiche Stillgewässer mit weichem Grund bevorzugt. Sie gilt als anpassungsfähig an schwankende Sauerstoffverhältnisse, ist aber auf ein Mosaik naturnaher Kleingewässer angewiesen. Wo diese Strukturen verloren gehen oder mit gebietsfremden Fischen besetzt werden, ziehen sich die Vorkommen zurück.

Nach Angaben der beteiligten Institutionen richtet sich die Kampagne an ein breites Publikum, um Zusammenhänge zwischen Gewässerstruktur, Artenvielfalt und Nutzung sichtbar zu machen. Zugleich wird auf Lücken in den Monitoringdaten hingewiesen: Regionale Trends sind belegt, doch für eine bundesweite Bewertung seien weitere Erfassungen nötig. Die Wirksamkeit der angekündigten Schritte hängt davon ab, ob Länder und Kommunen Mittel für die Entwicklung naturnaher Stillgewässer bereitstellen und den Verzicht auf problematische Besatzmaßnahmen rechtlich und praktisch absichern.

Mit der Entscheidung rücken Alltagsgewässer wie Dorfteiche, Altwässer und Gräben in den Blick. Ihr Erhalt ist nach Einschätzung der Verbände zentral, um die Karausche in Deutschland langfristig zu sichern.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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