Aktuell

Keine Rückkehr zu billigem russischem Gas in Sicht, sagen Regierung und Experten

Trotz wiederholter Debatten und vereinzelter Wirtschaftsforderungen ist eine Rückkehr zu preisgünstigen russischen Gaslieferungen nach Deutschland nach aktueller Rechtslage und Versorgungslage nicht zu erwarten.

Derzeit gibt es keinen realistischen Weg zu einer zügigen Rückkehr zu «billigem» Erdgas aus Russland nach Deutschland. Aktueller Anlass der Debatte sind Äußerungen in Öffentlichkeit und Wirtschaft sowie Berichte, zuletzt am 4. Oktober 2026, die die Frage neu aufwarfen, ob Russland wieder preiswerte Lieferungen aufnehmen könnte. Die Bundesregierung, EU-Rechtsvorgaben und Energieexperten betonen dagegen, dass rechtliche, technische und geopolitische Hürden sowie Marktpreise dem entgegenstehen.

Auf EU-Ebene besteht seit 2026 eine verbindliche Regelung zur schrittweisen Beendigung von russischen Gasimporten. Für Kurzfristverträge wurde ein konkreter Zeitplan verankert: LNG-Verträge, die vor dem 17. Juni 2025 abgeschlossen wurden, sind seit dem 25. April 2026 vom Importstopp betroffen; für Pipelinegas gilt das Verbot ab dem 17. Juni 2026. Die Europäische Kommission behielt sich lediglich eine Ausnahmemöglichkeit für Zeiten ernsthafter Versorgungsengpässe vor. Diese Rechtslage begrenzt formell die Möglichkeiten, russische Lieferungen wieder aufzunehmen.

Hinzu kommt die Marktrealität: Seit 2022 hat sich das Bezugsportfolio Deutschlands deutlich diversifiziert – Pipelinegas aus Norwegen, Niederlanden und Belgien sowie Flüssigerdgas (LNG), insbesondere aus den USA, spielen eine deutlich größere Rolle. Fachleute wie Vertreter des Kieler Instituts für Weltwirtschaft weisen darauf hin, dass Importe aus Russland ökonomisch nicht länger automatisch günstiger sind als andere Quellen, denn Transportwege, Versicherungs- und Risikoaufschläge sowie Marktpreise bestimmen den Endpreis.

Sicherheits- und Infrastrukturfragen machen eine schnelle Rückkehr ebenfalls unwahrscheinlich. Die Nord-Stream-Pipeline und die seit 2022 unterbrochenen festen Korridore sind politisch und rechtlich belastet. Außerdem haben Bundesregierung und staatliche Stellen in den vergangenen Monaten Maßnahmen zur Stärkung der Versorgung umgesetzt: Die bundeseigene Gesellschaft SEFE wurde mit Speichermanagement und Einlagerungen betraut, außerdem wurden zusätzliche LNG-Kapazitäten aufgebaut oder geplant.

Forderungen aus Teilbranchen der Industrie, etwa aus chemischen Standorten, nach wieder mehr russischem Gas existieren, stehen jedoch in Widerspruch zu den EU-Regeln, dem politischen Konsens und aktuellen Preisrelationen. Sollte es in der Zukunft zu einer formellen, von der Europäischen Kommission genehmigten Ausnahme kommen, wäre dies ein klarer, öffentlich nachvollziehbarer Beschluss mit konkreten Zeitangaben; bis dahin bleiben Aussagen über eine Wiederkehr «billigen» russischen Gases spekulativ.

Quelle und Prüfhinweis: Dieser Beitrag stützt sich auf Berichte der Deutschen Presse, Stellungnahmen offizieller Stellen der Bundesregierung und der Europäischen Kommission sowie Analysen von Energieinstituten und Medienberichten vom 4. Oktober 2026 und den vorangehenden Monaten.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

Ende des Artikels

Anzeige

Aus dem PHOTRA-Netzwerk