Kiel. In der Landeshauptstadt Schleswig-Holsteins haben am 28. Oktober 2026 die Arbeiten zur Erweiterung des Ostuferhafens begonnen. Nach Angaben der Seehafen Kiel GmbH entsteht auf dem Gelände des ehemaligen Gemeinschaftskraftwerks schrittweise zusätzliche Hafenfläche von rund 6,5 Hektar. Die Inbetriebnahme der neuen Bereiche ist bis 2029 vorgesehen.
Finanziell gestützt wird das Vorhaben durch das Bundes-Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität. Laut Mitteilung der Hafenbetreiber ist für das Projekt eine Förderung in Höhe von voraussichtlich rund 27 Millionen Euro zugesagt. Das Wirtschaftsministerium in Kiel spricht vom ersten Hafenprojekt in Schleswig-Holstein, das Mittel aus diesem Sondervermögen erhält. Insgesamt entfallen nach bisheriger Verteilung rund 140 Millionen Euro aus dem bundesweiten Fonds auf Vorhaben im Land, darunter in Brunsbüttel, Büsum, Lübeck und Hörnum. Das Bundesfinanzministerium erläutert, dass Bewilligungen aus dem Sondervermögen im Zeitraum 2025 bis 2036 möglich sind.
Der Bauauftakt umfasst Bodensanierung, Kampfmittelsondierungen und die Herrichtung tragfähiger Flächen für schweren Umschlag. Geplant sind Stellflächen für Trailer- und Transporteinheiten, Bereiche für Container- und Papierumschlag sowie der Bau einer rund 10.000 Quadratmeter großen Lagerhalle. Die Geschäftsführung der Seehafen Kiel GmbH verweist darauf, dass vor allem die Vorarbeiten kostenintensiv seien und die Bundesförderung einen zentralen Beitrag zur Realisierung leiste.
Die Landesregierung und Hafenwirtschaft betonen die strategische Rolle des Ostuferhafens für die Verbindungen nach Skandinavien und ins Baltikum. Die zusätzliche Kapazität soll laut Befürwortern Engpässe im RoRo- und Stückgutverkehr mindern und die Wettbewerbsfähigkeit der Ostsee-Verkehre stärken. Kritische Stimmen verweisen zugleich auf notwendige Umweltprüfungen, die Berücksichtigung von Altlasten und eine effiziente Flächennutzung, damit die Investition langfristig wirtschaftlich und ökologisch tragfähig bleibt.
Die Erweiterung in Kiel fügt sich in eine breiter angelegte Modernisierung norddeutscher Hafenstandorte ein. Nach Angaben des Bundesfinanzministeriums zielt das Sondervermögen darauf, Infrastruktur zu ertüchtigen und Transformationsvorhaben Richtung Klimaneutralität zu unterstützen. Welche Einzelmaßnahmen in Schleswig-Holstein konkret gefördert werden, entscheidet sich in weiteren Bewilligungsschritten. Für den Ostuferhafen steht mit dem jetzt erfolgten Baustart der erste Meilenstein.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).