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Kieler Universität verpasst erneut den Titel Exzellenzuniversität

Die Christian‑Albrechts‑Universität zu Kiel ist in der aktuellen Runde der Exzellenzstrategie nicht zum Exzellenzstandort erhoben worden. Land und Hochschule beraten nun, wie Spitzenforschung ohne Exzellenzlabel gesichert werden kann.

Die Christian‑Albrechts‑Universität zu Kiel ist in der jüngsten Auswahlrunde der Förderlinie Exzellenzuniversitäten der Exzellenzstrategie nicht berücksichtigt worden. Die Exzellenzkommission verkündete die Entscheidung Anfang Oktober 2026. Nach Angaben des Wissenschaftsrats basieren die Ergebnisse auf Bewertungen internationaler Gutachten. Die Universität war mit dem Konzept "Connecting Horizons" im Neuantragsverfahren angetreten.

Die Absage trifft eine Hochschule, die an mehreren durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft geförderten Exzellenzclustern beteiligt ist. Ein dauerhaftes Exzellenzlabel bedeutet neben Prestige vor allem planbare Profilförderung und erhöhte Sichtbarkeit im Wettbewerb. Das Ausbleiben verändert die Rahmenbedingungen für strategische Investitionen und Personalplanung. Vertreterinnen und Vertreter der Christian‑Albrechts‑Universität zu Kiel sowie Landtagsabgeordnete äußerten nach der Verkündung Enttäuschung und kündigten Gespräche mit der Landesregierung über kompensierende Schritte an.

Nach den offiziellen Erläuterungen orientiert sich die Exzellenzkommission an Gutachten eines internationalen Gremiums. Die geförderten Standorte sollen in der neuen Förderphase wissenschaftliche Spitzenleistungen, Wissenstransfer und verlässliche Karrierewege weiter ausbauen. Für die ausgewählten Universitäten beginnt die neue Förderrunde in der Regel zu Beginn des Folgejahres.

In Schleswig‑Holstein rücken nun politische und wissenschaftsstrategische Fragen in den Vordergrund. Genannte Optionen sind verstärkte Landesmittel, engere Kooperationen mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen, Partnerschaften mit der Wirtschaft sowie gezielte Drittmittelakquise, Stiftungsförderung und europäische Programme. Fachpolitiker betonen, die bestehenden Exzellenzcluster und die Forschungsinfrastruktur zu stärken, um internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie den wissenschaftlichen Nachwuchs an Kiel zu binden. Zudem wird diskutiert, wie Tenure‑Track‑Modelle, Laborkapazitäten und digitale Forschungsumgebungen verlässlich finanziert werden können.

Die dokumentierten Begründungen der Entscheidung finden sich in Pressemitteilungen des Wissenschaftsrats und in Mitteilungen der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Konkrete finanzielle Folgen für Kiel hängen von weiteren Beschlüssen von Bund, Land und Drittmittelgebern ab. Klar ist: Ohne Exzellenzstatus bleiben zusätzliche, mehrjährige Profilmittel aus, die andernorts gezielt in Schwerpunkte, Internationalisierung und Graduiertenprogramme fließen. Daraus leiten Verantwortliche in Kiel die Priorität ab, vorhandene Stärken sichtbar zu bündeln und Verbundprojekte mit Partnern in Norddeutschland und darüber hinaus auszubauen.

Unabhängig vom Ausgang des Wettbewerbs bleibt die Exzellenzstrategie der zentrale Rahmen für überregionale Forschungsprofile. Für Kiel stellt sich damit nicht die Grundsatzfrage nach Exzellenz, sondern die operative Aufgabe, profilbildende Projekte im Land zu stabilisieren und für die nächste Runde belastbare Voraussetzungen zu schaffen.

Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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