Der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter hat am 14. Oktober 2026 erklärt, der Bau der Ostseepipeline Nord Stream 2 habe die Finanzierung des russischen Krieges erleichtert. Seine Bewertung äußerte er in aktuellen Beiträgen von NDR Info und WDR5. Sie steht im Kontext des in Hamburg verhandelten Nord-Stream-Prozesses und der Frage, welche politischen Entscheidungen vor 2022 zu strategischen Abhängigkeiten führten.
Kiesewetter spricht von einem politischen Fehler, weil die direkte Transportverbindung für große Gasmengen aus Russland die Verwundbarkeit Deutschlands erhöht habe. Die Aussage ist eine politische Einordnung. Sie zielt nicht auf die strafrechtliche Bewertung der Anschläge auf die Nord-Stream-Leitungen, über die in Hamburg verhandelt wird. Für das Verfahren gilt die Unschuldsvermutung; gerichtliche Feststellungen zu Tat und Verantwortung bleiben dem Prozess vorbehalten.
Unstrittig ist: Nord Stream 2 wurde bis zum russischen Großangriff auf die Ukraine 2022 nicht in Betrieb genommen. Das Projekt sollte russisches Erdgas direkt nach Deutschland leiten und war in Politik und Verwaltung jahrelang umstritten. Einnahmen aus dem Export fossiler Energieträger sind eine wesentliche Quelle des russischen Staatshaushalts. In welchem Ausmaß einzelne Infrastrukturprojekte wie Nord Stream 2 zu Russlands finanziellen Spielräumen beitrugen, ist Gegenstand politischer und ökonomischer Debatten; eine eindeutige, gerichtsfeste Quantifizierung liegt nicht vor.
Die aktuelle Diskussion wirkt über den Prozess hinaus. In Berlin wird erneut über die Lehren aus der Energiepolitik der Vorkriegsjahre beraten, darunter Alternativen zu russischem Gas, die Diversifizierung der Versorgung und der Umgang mit staatlich beeinflussten Lieferanten. Kiesewetters Position knüpft an frühere Äußerungen aus dem Bundestag an, in denen er vor Abhängigkeiten von Russland warnte. Andere Stimmen verweisen auf damalige energie- und industriepolitische Erwägungen sowie auf europarechtliche Rahmenbedingungen, die Entscheidungen zum Pipelinebau beeinflusst haben.
Für die weitere Einordnung sind drei Ebenen zu trennen: Erstens die politische Bewertung der Energiepolitik bis 2022, zu der Kiesewetter Stellung bezieht. Zweitens die wirtschaftliche Analyse der russischen Staatseinnahmen aus Energieexporten, die über Haushalts- und Konzernstrukturen in den Kriegshaushalt wirken können. Drittens das Strafverfahren in Hamburg, das klärt, wer für die Anschläge auf die Leitungen verantwortlich ist und mit welchem Motiv gehandelt wurde. Medienberichte von NDR Info und WDR5 dokumentieren die aktuellen Aussagen und die Debatte in Deutschland.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).