Regionen

Kretschmer wirbt für Autounion Sachsen zum Erhalt des Volkswagen‑Werks Zwickau

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat in Zwickau ein Modell „Autounion Sachsen“ zur Absicherung des Volkswagen‑Werks Zwickau‑Mosel vorgestellt – Details zu Rechtsform und Finanzierung sind offen, erste Reaktionen fallen gemischt aus.

Zwickau, 26. Oktober 2026: Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat die Idee einer Autounion Sachsen präsentiert, um das Volkswagen‑Werk Zwickau‑Mosel und die Beschäftigung am Standort zu sichern. Vorgesehen ist demnach, die Fertigung in eine eigenständige Trägerstruktur zu überführen und mit Partnern aus Industrie und Kommunen zu vernetzen. Ziel sei, kurzfristige Konzernentscheidungen abzufedern, Lieferketten in der Region zu stabilisieren und Planungssicherheit für Investitionen zu schaffen.

Konkrete Eckpunkte nannte die Staatskanzlei nicht. Offen bleibt, welche Partner sich beteiligen, ob das Land Anteile übernimmt, welche Förderinstrumente genutzt werden könnten und wie sich eine Ausgliederung auf bestehende Tarifverträge und Mitbestimmungsrechte auswirkt. Kretschmer sprach von einem Diskussionsangebot und betonte, es gebe keinen ausgehandelten Abschluss. Ob und wie Volkswagen den Vorschlag aufgreift, ist nach jetzigem Stand unklar.

Reaktionen fielen gemischt aus. Die IG Metall würdigte die politische Initiative zur Standortsicherung, verwies aber auf die Wahrung von Tarifautonomie und Mitbestimmung. Die Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN kritisierte das Konzept als riskant: Eine zergliederte Struktur könne Verantwortung verwischen und öffentliche Haushalte belasten, sollte sie auf dauerhafte Zuschüsse angewiesen sein. Die Landesregierung bezeichnete den Vorstoß als Auftakt weiterer Gespräche mit dem Konzern, der Stadt Zwickau und den Sozialpartnern.

Für die Region ist der Ausgang bedeutsam. Eine tragfähige Lösung könnte Beschäftigung und Zulieferketten stärken und Investitionen am Standort anstoßen. Scheitert der Ansatz, drohen Unsicherheit für Belegschaften und Druck auf kommunale Finanzen. Entscheidend werden Zusagen zu Finanzierung, Rechtsform und arbeitsrechtlichen Standards sein – und die Bereitschaft von Volkswagen, verbindliche Vereinbarungen zu treffen.

Hintergrund ist die hohe Bedeutung der Automobilproduktion in Westsachsen und die aktuelle Marktunsicherheit bei Elektrofahrzeugen. Das Volkswagen‑Werk Zwickau‑Mosel wurde in den vergangenen Jahren vollständig auf die Fertigung elektrischer Modelle umgestellt; zugleich schwankte die Auslastung. Mit der Autounion Sachsen will die Staatsregierung laut Kretschmer industrielle Kapazitäten erhalten und regionale Wertschöpfung sichern. Über den weiteren Prozess will die Landesregierung informieren, sobald Ergebnisse aus Gesprächen mit Volkswagen und kommunalen Partnern vorliegen.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

Ende des Artikels

Anzeige

Aus dem PHOTRA-Netzwerk