Nach 55 Jahren im Depot sind am 18. September 2026 insgesamt 24 Rokoko-Büsten auf die Pfeiler des Hofgitters im Ehrenhof von Schloss Engers in Neuwied zurückgekehrt. Das Land sprach bei der Vorstellung von einer „Barocksensation“. Bildungsminister Sven Teuber nahm an den abschließenden Arbeiten teil.
Die Steinskulpturen stammen aus einem Zyklus, der um 1760 für den Trierer Hof geschaffen wurde. Er zeigt höfische Figuren, Nymphen und Allegorien. Restauratorinnen und Restauratoren rekonstruierten die ursprüngliche Anordnung mithilfe historischer Fotografien und Archivalien. In der begleitenden Forschung ließ sich zudem der Sandstein aus der Eifel als ursprüngliche Materialquelle nachweisen. Die Arbeiten umfassten Reinigung, Konservierung und gezielte Ergänzungen fehlender Teile, um Substanz zu sichern, ohne den historischen Charakter zu überformen.
Träger der Maßnahme war ein Verbund aus der Stiftung Villa Musica als langjähriger Nutzerin des Schlosses und der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz; beteiligt waren weitere Einrichtungen der Denkmalpflege und spezialisierte Werkstätten. Die Villa Musica hebt in ihren Darstellungen einzelne wiederaufgestellte Figuren hervor und ordnet den Büstenzyklus in das Gesamtensemble von Schloss Engers ein.
Mit der Rückkehr der Rokoko-Büsten erhält der Ehrenhof wesentliche Elemente seiner höfischen Gestaltung des 18. Jahrhunderts zurück. Das stärkt nach Einschätzung beteiligter Fachleute sowohl die kulturhistorische Forschung als auch die Anschaulichkeit des Ortes für das Publikum. Zugleich bleiben praktische Fragen offen: Wie werden die freistehenden Skulpturen langfristig gegen Witterung geschützt? Welche regelmäßigen Mittel stehen für Pflege und Konservierung bereit und wie werden Zuständigkeiten zwischen Eigentümerin und Nutzerinstitutionen verlässlich geregelt? Vertreter der Denkmalpflege verwiesen bei der Präsentation darauf, dass am Schlosskomplex weitere Instandsetzungsarbeiten anstehen.
Die Wiederaufstellung am 18. September 2026 war der aktuelle Anlass für die Rückkehr der Skulpturen in den täglichen Gebrauchskontext des Ensembles. Für Besucherinnen und Besucher eröffnet dies erneut den unmittelbaren Blick auf ein nahezu geschlossenes Rokoko-Ensemble im Hof. Für die wissenschaftliche Arbeit bietet der restaurierte Bestand eine erweiterte Grundlage, etwa für die Materialforschung, die Ikonografieanalyse und Fragen der denkmalgerechten Präsentation im Außenraum.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).