Baden-Württemberg hat am 11. Oktober 2026 den Auswahlprozess für einen neuen Jugendberaterkreis gestartet. Nach Angaben des Staatsministeriums werden mehr als 5.000 zufällig ausgewählte Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren angeschrieben. Aus den Rückmeldungen werden per Los 20 Mitglieder bestimmt, die Ministerpräsident Cem Özdemir (Bündnis 90/Die Grünen) regelmäßig beraten sollen. Das Gremium ist auf zwei Jahre angelegt.
Der Ablauf laut Staatsministerium und Deutscher Presse-Agentur: Zunächst wurden 26 Kommunen im Land zufällig ausgelost. Über deren Einwohnermeldeämter verschickt das Staatsministerium die Einladungen. Interessierte Jugendliche können sich melden; die endgültige Besetzung des 20-köpfigen Gremiums erfolgt anschließend durch Auslosung. Ziel ist, verschiedene Lebenswirklichkeiten im Land abzubilden und die Vielfalt junger Menschen sichtbar zu machen.
Özdemir kündigte das Vorhaben bereits in seiner Regierungserklärung im Mai 2026 an. Er betonte, man wolle nicht nur über junge Menschen reden, sondern regelmäßig mit ihnen. Geplant sind wiederkehrende Treffen mit dem Jugendberaterkreis, um Perspektiven aus dem Alltag von Jugendlichen frühzeitig in politische Vorhaben einfließen zu lassen.
Die Zufallsauswahl grenzt sich bewusst von parteipolitisch oder verbandlich rekrutierten Jugendgremien ab. Befürworter sehen darin die Chance, Repräsentationslücken zu schließen und sozialräumliche Diversität zu berücksichtigen. Offene Punkte betreffen praktische Fragen wie die Ausgestaltung des Losverfahrens, die Unterstützung der Teilnahme – etwa Fahrtkosten und Zeiten – sowie Jugendschutz und Datenschutz. Das Staatsministerium verweist darauf, die konkrete Umsetzung mit den beteiligten Kommunen zu koordinieren.
Rechtlich ist die beratende Einbindung Minderjähriger möglich, sofern die einschlägigen Schutz- und Datenschutzvorgaben eingehalten werden. Organisatorisch spielen die Zusammenarbeit mit Einwohnermeldeämtern und transparente Losregeln eine zentrale Rolle. Für die Landespolitik ist das Format ein Test, ob institutionalisierte Jugendbeteiligung jenseits klassischer Gremien die Vorbereitung von Entscheidungen verbessert. Ob der Jugendberaterkreis Wirkung entfaltet, wird sich daran messen lassen, in welchem Umfang Empfehlungen dokumentiert, veröffentlicht und in Regierungsvorhaben berücksichtigt werden.
Mit dem Start des Verfahrens schafft die Landesregierung einen aktuellen Anlass für die seit Mai skizzierte Beteiligungsstruktur. Die nächsten Schritte umfassen die Rückmeldephase der Angeschriebenen, die Auslosung der 20 Mitglieder und die Terminierung der ersten Sitzungen mit Cem Özdemir. Angaben zu Zeitplan und Unterstützungsleistungen sollen laut Staatsministerium nach Abschluss der Rückmeldephase folgen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).