Umwelt

Länder setzen auf mehr Wasserrückhalt im Wald gegen Dürre

Am 3. November 2026 melden Fachstellen und Länder neue Pilotprojekte und Leitfäden, um Regenwasser im Wald zu halten. Ziel sind stabilere Böden, weniger Dürreschäden und eine bessere Grundwasserneubildung.

Am 3. November 2026 steht der Wasserrückhalt im Wald als konkreter Baustein der Klimaanpassung im Fokus: Mehrere Länder und Fachinstitutionen berichten über neue Pilotflächen, Praxisempfehlungen und strategische Vorhaben, die Regenwasser länger in Waldlandschaften halten sollen. Genannt werden Mulden neben Forstwegen, kleine Gräben, Rigolen zur Versickerung sowie der Rückbau alter Entwässerungsgräben. Ziel ist es, Abflussspitzen zu dämpfen, Waldböden feuchter zu halten und die Grundwasserneubildung zu unterstützen.

Fachliche Grundlagen liefern Veröffentlichungen der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden‑Württemberg und Positionen des Umweltbundesamtes. Beide betonen, dass humusreiche, wenig verdichtete Waldböden große Niederschlagsmengen aufnehmen können. Als wirksam gelten dezentrale, kleinräumige Maßnahmen, die an Gelände, Boden und Bestand angepasst sind. Empfohlen werden zudem eine schonende Befahrung, der Verzicht auf flächige Bodenverdichtung sowie strukturreiche Laubmischwälder, weil ihre Kronen- und Wurzelstruktur die Infiltration fördert.

Baden‑Württemberg verweist in seiner Waldstrategie 2050 auf pilothafte Maßnahmen zum dezentralen Wasserrückhalt im Wald. Nach Angaben der Landesregierung Baden‑Württemberg sollen die Praxiserfahrungen aus den Versuchen in die weitere Planung einfließen. Die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden‑Württemberg begleitet seit 2025 ein Projekt „Dezentraler Wasserrückhalt im Wald“ und stellt dafür Steckbriefe für Waldbesitzende bereit. Auch andere Länder greifen das Thema in ihren Forst- und Klimaanpassungsprogrammen auf.

Die Einordnung der Effekte fällt differenziert aus. Fachleute sehen in Mulden, Rigolen und dem Rückbau von Entwässerungsgräben praktikable Mittel, um Wasser lokal zu speichern und Versickerung zu erhöhen. Zugleich weisen Behörden darauf hin, dass solche Eingriffe die Folgen wiederholter Dürrejahre nicht kurzfristig ausgleichen können. Entscheidend seien eine abgestimmte Flächenplanung, hydrologische Begleitung und die Verzahnung mit Gewässerentwicklung und Landwirtschaft.

Für Kommunen, Forstbetriebe und die Wasserwirtschaft bedeutet dies zunächst zusätzlichen Planungs- und Pflegeaufwand. Mittelfristig erwarten Beteiligte robustere Waldökosysteme, geringere Dürreschäden und einen Beitrag zu stabileren Grundwasserständen. Offene Punkte sind die verlässliche Finanzierung, die Koordination in heterogenen Eigentumsstrukturen und die Priorisierung geeigneter Standorte. Berichte von SWR und Tagesschau sowie Unterlagen des Umweltbundesamtes und der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden‑Württemberg dienen als aktuelle Grundlage. Aussagen über Wirkungen und Grenzen werden den jeweiligen Absendern zugeschrieben; überprüfbare Daten aus laufenden Projekten sollen die Planung in den kommenden Jahren weiter schärfen.

Redakteur: Andreas M. Brucker (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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