Mecklenburg-Vorpommern

Landgericht Rostock bricht Verhandlung nach Eklat ab

Nach einem Zwischenfall mit einer Angeklagten hat das Landgericht Rostock den Kokainprozess am 7. September 2026 unterbrochen. Die Verhandlung wird erst nach zusätzlichen Sicherheits- und Organisationsmaßnahmen fortgesetzt.

Das Landgericht Rostock hat am 7. September 2026 einen Verhandlungstag in einem Kokainverfahren vorzeitig beendet. Nach Angaben des Gerichts verlor eine 67-jährige Angeklagte während der Sitzung die Fassung, sodass der ordnungsgemäße Ablauf nicht mehr gewährleistet war. Der Vorsitz führte dies als Grund für die Unterbrechung an.

In dem Verfahren sind eine 67 Jahre alte Frau und ein 59 Jahre alter Mann angeklagt. Die Staatsanwaltschaft Rostock wirft ihnen vor, im Frühjahr 2025 rund 264 Kilogramm Kokain per Segelyacht von Kolumbien nach Europa geschmuggelt zu haben. Der mutmaßliche Handelswert der sichergestellten Drogen wird von der Anklagebehörde auf einen hohen einstelligen Millionenbetrag geschätzt. Bereits in früheren Terminen wurden Beweismittel erörtert und Zeugen gehört, darunter Zollbeamte.

Das Verfahren findet unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen statt. Nach Gerichtsangaben hat der männliche Angeklagte Aussagebereitschaft signalisiert, auch zu Strukturen im Hintergrund. Gericht und Staatsanwaltschaft führen die verstärkten Maßnahmen auf die damit verbundenen Sicherheitsinteressen zurück. Für den Zugang zum Saal gelten besondere Regeln; über die konkrete Lage im Saal wurden keine Details veröffentlicht. Unabhängig davon bleibt das in Strafprozessen übliche Verbot bestehen, Angeklagte zu fotografieren oder zu filmen.

Als Konsequenz aus dem Vorfall ordnete das Gericht zusätzliche Sicherheits- und Organisationsschritte an. Dazu zählen nach Angaben der Pressestelle des Landgerichts Rostock eine engere Abstimmung mit dem Polizeischutz und eine Anpassung des Zeitplans. Neue Termine standen am Montag noch nicht fest. Das Gericht verwies darauf, dass die Koordination mit geladenen Zeugen und Sicherheitskräften Zeit erfordere.

Der Fall hat in Mecklenburg-Vorpommern wegen der großen Drogenmenge und der transportierten Route per Segelyacht besondere Aufmerksamkeit erfahren. Die Ermittlungen und die Anklage stützen sich laut Staatsanwaltschaft Rostock auf sichergestellte Betäubungsmittel, Spuren- und Auswertungsberichte sowie Zeugenaussagen. Welche weiteren Beweise in den nächsten Sitzungen eingeführt werden, blieb offen. Über den weiteren Verlauf des Verfahrens äußerten sich Gericht und Anklagebehörde nicht; eine Prognose zum Fortgang ist derzeit nicht möglich.

Das Landgericht Rostock kündigte an, über neue Termine und organisatorische Anpassungen zu informieren, sobald die Abstimmungen abgeschlossen sind. Bis dahin bleibt die Verhandlung unterbrochen.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

Ende des Artikels

Anzeige

Aus dem PHOTRA-Netzwerk