Die Hansestadt Lübeck prüft eine Klage gegen den jüngst ergangenen Planfeststellungsbeschluss zur Schienen-Hinterlandanbindung der Festen Fehmarnbeltquerung. Das berichten die Lübecker Nachrichten vom 10. September 2026 und weitere regionale Medien. Zugleich betont die Stadt, dass sie den Fehmarnbelttunnel und die übergeordnete Verbindung grundsätzlich unterstützt, aber Änderungen an kritischen Punkten der Planung verlangt.
Kern der städtischen Kritik ist der Lübecker Knoten. Nach Einschätzung der Verwaltung fehlen in der genehmigten Variante ausreichende zusätzliche Gleise nördlich des Hauptbahnhofs, wodurch Leistungsreserven für Regional- und Fernverkehr sowie für den Hafenverkehr nicht gesichert wären. Zudem fordert Lübeck eine kreuzungsfreie Ein- und Ausfädelung zur Strecke nach Travemünde und prüft erneut die seit Langem diskutierte Nordkurve zur besseren Anbindung des Hafens. Auch beim Lärmschutz dringt die Stadt auf zusätzliche, über die gesetzlichen Mindeststandards hinausgehende Maßnahmen entlang der künftigen Trasse.
Formell zuständig für das Planfeststellungsverfahren ist das Eisenbahn-Bundesamt, die Deutsche Bahn agiert als Vorhabenträgerin. Aus den vorliegenden Berichten geht hervor, dass Lübeck die rechtlichen Optionen auslotet. Zeitpunkt, genauer Zuschnitt und mögliche Begründungsschwerpunkte einer Klage wurden noch nicht abschließend dokumentiert. In vergleichbaren Verfahren zur Hinterlandanbindung der Festen Fehmarnbeltquerung waren in der Vergangenheit sowohl Lärmschutz- und Naturschutzfragen als auch die verkehrliche Leistungsfähigkeit zentrale Streitpunkte.
Welche Folgen eine Klage hätte, hängt vom gerichtlichen Verlauf ab. Eine erfolgreiche Anfechtung könnte weitere Planänderungen oder zusätzliche Ausbauten im Raum Lübeck erzwingen und den Zeitplan beeinflussen. Würde ein Rechtsbehelf abgewiesen, gewänne der Planfeststellungsbeschluss an Rechtssicherheit. Für die Region ist maßgeblich, ob Bund, Deutsche Bahn und Stadt sich auf technisch tragfähige Nachbesserungen einigen, die den prognostizierten Zuwachs im Güter- und Personenverkehr aufnehmen und Anwohnerinnen und Anwohner wirksam vor Lärm schützen.
Politisch bleibt der Spagat deutlich: Lübeck will die leistungsfähige Anbindung an den Fehmarnbelttunnel – als wirtschaftliche Chance für Hafen, Tourismus und Pendlerverkehre –, sieht den aktuellen Plan jedoch als unzureichend an. Parallel loten auch Nachbarkommunen wie Bad Schwartau ihre Position zur Hinterlandanbindung aus. Entscheidend wird sein, in welchem Umfang die Einwände der Hansestadt Lübeck in ergänzenden Planänderungen aufgegriffen werden und ob der Lübecker Knoten die künftig erforderlichen Kapazitäten verlässlich nachweisen kann.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).