In Magdeburg beginnen heute die Tage der jüdischen Kultur und Geschichte. Die Veranstaltungsreihe läuft bis zum 15. Dezember und eröffnet im Forum Gestaltung. Zum Auftakt wird traditionell der Hermann-Spier-Preis vergeben; in diesem Jahr ist die Auszeichnung an Marga Rosina Pepping aus Gouda vorgesehen. Die Laudatio hält Waltraut Zachhuber.
Nach Angaben der Landeshauptstadt und der beteiligten Initiativen verbindet das Programm Konzerte, Filmvorführungen, Lesungen, Gespräche und Begegnungsformate. Ziel ist es, jüdisches Leben in seiner Vielfalt sichtbar zu machen, historische Erinnerung mit gegenwärtigen künstlerischen Positionen zu verknüpfen und Debatten über Antisemitismus sowie gesellschaftliche Verantwortung anzustoßen.
Die Tage der jüdischen Kultur und Geschichte werden gemeinschaftlich von lokalen und regionalen Akteuren getragen. Dazu zählen die Arbeitsgemeinschaft Magdeburg der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, das Forum Gestaltung, der Förderverein Neue Synagoge Magdeburg, die Jüdische Gemeinde zu Magdeburg und städtische Kulturstellen. Nach städtischer Darstellung fördern die Staatskanzlei Sachsen-Anhalt und das Kulturministerium sowie die Landeszentrale für politische Bildung die Reihe finanziell und organisatorisch.
Vertreterinnen und Vertreter der beteiligten Institutionen beschreiben die Veranstaltung ausdrücklich als kulturpolitisches Projekt: Mit Kultur Politik machen stehe dafür, gesellschaftliche Aufmerksamkeit zu bündeln und Räume für differenzierte Diskussionen über Erinnerungskultur, Gegenwartsbezüge und Prävention gegen Antisemitismus zu schaffen. Die Einbindung von Schulen, Zeitzeugnissen und wissenschaftlichen Beiträgen soll lokale Vernetzungen stärken und zugleich überregionale Impulse setzen.
Die Reihe findet seit 2008 regelmäßig in Magdeburg statt. Sie gilt in der Stadt als Bestandteil demokratischer Erinnerungskultur und als Plattform, auf der künstlerische Perspektiven und zivilgesellschaftliches Engagement zusammenkommen. Programmpunkte werden während der Laufzeit fortlaufend angekündigt, darunter Musik- und Filmabende, literarische und philosophische Formate sowie Diskussionsrunden mit Gästen aus Wissenschaft, Kultur und Bildung. Informationen zu Terminen, Orten und Tickets stellen die beteiligten Häuser und die Stadtverwaltung bereit.
Organisatorisch setzen die Veranstalter auf Kooperationen innerhalb der Stadtgesellschaft. Das adressiert unterschiedliche Zielgruppen, von Schülerinnen und Schülern bis zu einem kulturinteressierten Publikum. Aus Sicht der Beteiligten bleibt die Verbindung von historischer Verantwortung und aktueller Kulturproduktion der rote Faden – auch mit Blick auf anhaltende Auseinandersetzungen um antisemitische Ressentiments. Prognosen, ob das Format in diesem Jahr ein größeres Publikum erreicht als zuvor, lassen sich zum Auftakt noch nicht belegen; entscheidend sei, so die Veranstaltenden, die inhaltliche Reichweite der Debatten und die Sichtbarkeit jüdischen Lebens im Stadtraum.
Redakteurin: Celestina Fuentes (Artikel mit KI-Unterstützung).