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Medizinstudierende demonstrieren für faire Bezahlung im Praktischen Jahr

Bundesweite Aktionen erhöhen den Druck auf Politik und Kliniken: Gefordert werden einheitliche Vergütung, klare Ausbildungsziele und weniger Routinearbeit im Praktischen Jahr.

Medizinstudierende haben am 28. Oktober 2026 an mehreren Hochschulstandorten in Deutschland demonstriert, um bessere Bedingungen im Praktischen Jahr zu erreichen. Auslöser war die von der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd) initiierte Aktionswoche „SOS – Stillstand oder Spitzenmedizin?“. In Göttingen versammelten sich Hunderte vor der Universitätsmedizin Göttingen; weitere Kundgebungen wurden unter anderem in Frankfurt und Berlin gemeldet.

Im Mittelpunkt der Proteste stehen drei Forderungen: eine bundesweit einheitliche Mindest-Aufwandsentschädigung, verbindliche Ausbildungsziele am Krankenbett und eine klare Trennung von Ausbildung und Routinearbeit. Darüber hinaus verlangen Studierendenvertretungen eine bessere Anleitung und Evaluation der Tertiale im Praktischen Jahr. Viele berichteten, sie müssten nebenher arbeiten, weil Lehrkrankenhäuser entweder gar keine oder sehr unterschiedliche Entschädigungen zahlten.

Unterstützung erhielten die Demonstrierenden vom Marburger Bund. Der Ärzteverband bekräftigte, Ausbildungszeiten dürften nicht als Ersatz für reguläres Personal missbraucht werden. Positiv hervorgehoben wurde zudem, dass der Bundesrat bereits empfohlen hat, eine Vergütung am Bedarf von Studierenden auszurichten, etwa in Anlehnung an das BAföG. Verbindliches Bundesrecht dazu gibt es bislang nicht.

Die Auseinandersetzung hat eine Vorgeschichte: Der Deutsche Ärztetag sprach sich 2025 für Verbesserungen bei Struktur und Betreuung im Praktischen Jahr aus. Gleichzeitig warnen Universitätskliniken und Lehrkrankenhäuser vor organisatorischen und finanziellen Hürden, falls die Ausbildung strikt von Routinediensten zu trennen ist. Länderpolitikerinnen und Länderpolitiker verweisen auf unterschiedliche Zuständigkeiten von Hochschulen, Kliniken und Landesministerien; konkrete Umsetzungsschritte bleiben vielerorts offen.

Die bvmd verknüpft die Vergütungsfrage mit der Ausbildungsqualität: Ohne verlässliche Anleitung, feste Lernziele und Mentoring blieben praktische Kernkompetenzen zu stark vom Einsatz einzelner Stationen abhängig. Die Studierenden fordern deshalb verbindliche Standards, die Lehrkrankenhäuser planbar umsetzen können. Kliniken und Verbände signalisieren Gesprächsbereitschaft, pochen aber auf finanzielle Planungssicherheit, falls zusätzliche Ausbildungszeiten vergütet und betreut werden sollen.

Ob und wann eine bundesweit einheitliche Regelung kommt, ist offen. Klar ist nach dem Protesttag: Der Handlungsdruck steigt. Die Studierenden wollen die Gespräche mit Ländern, Hochschulen und Klinikträgern in den kommenden Wochen fortsetzen. Politik und Arbeitgeber stehen vor der Aufgabe, ein praktikables Modell zu finden, das die Ausbildung stärkt und den Personalmangel in Kliniken nicht weiter verschärft.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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