Der Südwestrundfunk rückt am 12. Oktober 2026 Praxisbeispiele für mehr Bewegung im Schulalltag in den Fokus. Schulen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz erproben kurze Bewegungspausen, Elemente des bewegten Unterrichts und zusätzliche Angebote im Ganztag, um dem langen Sitzen entgegenzuwirken. Ziel ist es, Konzentration und motorische Entwicklung zu stärken und gesundheitlicher Prävention mehr Raum zu geben.
Hintergrund sind konsistente Befunde zur Aktivität von Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Auswertungen des Motorik-Moduls am Robert Koch-Institut zeigen, dass nur rund 20 Prozent die von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen 60 Minuten täglicher Bewegung erreichen. Bildungsexperten, Schulträger und Präventionsakteure verweisen darauf, dass der Unterricht ein zentraler Hebel ist, um mehr tägliche Aktivität zu ermöglichen.
In der Praxis greifen Schulen auf unterschiedliche Modelle zurück. Das Programm Bewegte Schule stellt modulare Bausteine für bewegten Unterricht und den Ganztag bereit; Fortbildungen und schulische Aktionstage ergänzen diese Ansätze. Regional geförderte Projekte berichten von festen Bewegungspausen nach Unterrichtsphasen sowie von Bewegungsangeboten am Nachmittag. Beispiele aus Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg zeigen, dass organisatorisch klare Abläufe und von den Kollegien getragene Regeln die Umsetzung erleichtern.
Neben staatlichen Initiativen engagieren sich Krankenkassen und Stiftungen. Projekte wie Bewegte Kinder – Schlaue Köpfe unterstützen Schulen mit Konzepten, Materialien und Fortbildungen; einzelne Förderprogramme stellen zudem Mittel für Ausstattung und Koordination bereit. Prävention und die Erreichbarkeit der Zielgruppe im Schulalltag stehen dabei im Vordergrund.
Aus den bisherigen Erfahrungen ergeben sich jedoch strukturelle Hausaufgaben. Genannt werden die verlässliche Finanzierung zusätzlicher Personalstunden, die Abstimmung zwischen Schulleitungen, Kommunen und externen Partnern sowie die Verzahnung mit dem Sportunterricht im Ganztag. Evaluationen empfehlen, bewegungsfördernde Elemente verbindlich in Schulentwicklungsplänen zu verankern und Verantwortlichkeiten zu klären, damit Pilotphasen in dauerhafte Routinen übergehen.
Seit dem Schuljahr 2024/2025 hat die Umsetzung an vielen Standorten an Fahrt gewonnen. Praxisberichte aus dem Südwesten unterstützen den Eindruck, dass kurze, klar strukturierte Bewegungspausen und ritualisierte Abläufe im Unterricht die Aufmerksamkeit fördern und den Klassenbetrieb entlasten. Politisch Verantwortliche und Schulträger stehen nun vor der Aufgabe, erfolgreiche Modelle zu verstetigen, Fortbildungen planbar zu finanzieren und Wirkungen systematisch zu prüfen. Der aktuelle Fokus des Südwestrundfunks bündelt diese Entwicklungen und verweist auf die offenen Punkte, die über einzelne Projekte hinaus gelöst werden müssen, damit mehr Bewegung dauerhaft Teil des Schulalltags wird.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).