Kurzmeldung
Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) berichtet in ihrer Arbeitshilfe 2025/2026 über einen deutlichen Anstieg der Erwachsenentaufen: Für das Jahr 2025 werden 2.650 Taufen von Personen ab 14 Jahren genannt, das entspricht einem Zuwachs von rund 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die DBK bezeichnet die Entwicklung als einen „kleinen positiven Trend“ innerhalb der insgesamt rückläufigen kirchlichen Amtshandlungen. Gleichzeitig zeigen regionale Meldungen, dass das Phänomen lokal stärker ausgeprägt sein kann als im Bundesschnitt.
Beispielhaft meldete das Erzbistum München und Freising für einzelne Gottesdienste höhere Zahlen von Neutaufen; in einem öffentlichen Taufgottesdienst in München wurden am 25. Oktober 2026 22 Personen getauft. Gemeinden berichten, dass viele der Getauften aus unterschiedlichen Herkunftsländern stammen und sich über vorbereitende Glaubenskurse auf die Aufnahme vorbereiteten. Solche Angebote werden in Lokalberichten als „Glaubenskurs“ oder Katechumenat beschrieben und gelten den kirchlichen Stellen als wichtiger Weg, Interessierte in die Gemeinden zu integrieren.
Auch die Statistik der Evangelischen Kirche in Deutschland (Evangelische Kirche in Deutschland) dokumentiert einen nennenswerten Anteil Erwachsenentaufen: Für 2024 weist die EKD knapp 11.000 Erwachsenentaufen aus, während die Gesamtzahl der Taufen und die Mitgliederzahlen weiter rückläufig sind. Fachleute der Religionssoziologie warnen daher davor, den Anstieg der Erwachsenentaufen als Umkehr der Säkularisierung zu interpretieren; die absolute Zahl bleibt im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung sehr klein.
Kirchliche Verantwortliche führen die Zunahme auf mehrere Faktoren zurück: erhöhte Suche nach Sinn und religiöser Orientierung nach der Pandemie, sichtbare Katechumenatsangebote sowie gezielte Ansprache in urbanen Gemeinden. Die Kirchen betonen, dass die relativ wenigen zusätzlichen Erwachsenentaufen die demografischen Verluste durch Austritte und sinkende Kindertaufzahlen nicht ausgleichen. Insgesamt handelt es sich nach DBK-Angaben und regionalen Berichten um eine wahrnehmbare, aber begrenzte Entwicklung im kirchlichen Leben Deutschlands.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).