In Bayern sind in diesem Sommer vermehrt Sichtmeldungen von Schlangen registriert worden. Laut übereinstimmenden Hinweisen aus mehreren Landkreisen gingen bei Naturschutzverbänden und Behörden mehr Beobachtungen ein als in früheren Jahren. Fachstellen ordnen dies als regional unterschiedliche, teils klimabedingte Verschiebungen der Vorkommen ein und widersprechen Darstellungen einer flächendeckenden Ausbreitung fremder Arten.
Der Rundfunksender BR berichtete am 30. August 2026 über zahlreiche Hinweise aus dem Alpenvorland und dem Voralpenraum. Markus Baur, Leiter der Reptilienauffangstation München, schloss eine Invasion aus. Er sprach von zeitlich und räumlich schwankenden Beständen, die stark vom jeweiligen Lebensraum und der Witterung abhängen. Die Einschätzung deckt sich mit Rückmeldungen aus dem Behördennetz.
Das Bayerische Landesamt für Umwelt verweist darauf, dass in Bayern mehrere heimische Arten verbreitet sind, darunter Ringelnatter und Schlingnatter. Die Bestände sind regional verschieden, Besiedlungslücken bestehen fort. Die Kreuzotter gilt in Teilen des Freistaats als gefährdet und profitiert nicht zwingend von der Erwärmung, weil sie kühle, strukturreiche Habitate braucht. Extrem trockene und heiße Phasen können solche Habitate zusätzlich unter Druck setzen.
Beobachtet werden nach Angaben der Fachstellen drei Trends: Erstens treten wärmeliebende Arten am Rand ihres bisherigen Verbreitungsgebiets häufiger in Erscheinung. Zweitens verschieben sich lokale Vorkommen abhängig von Strukturangebot und Nahrung. Drittens belasten Trockenperioden kühle und feuchte Standorte, was dort zu Rückgängen führen kann. Das Klimainformationssystem Bayern weist für 2026 auf ausgeprägte Trockenphasen und wiederholte Hitzeereignisse hin, die die Vegetation und damit die Habitatstruktur beeinflussen.
Der BUND Naturschutz in Bayern ruft Bürgerinnen und Bürger dazu auf, Funde zu melden, um die Datenlage zu verbessern. Das Landesamt setzt Artenhilfsprogramme fort, etwa für die Kreuzotter, mit Maßnahmen an Paarungsplätzen, Winterquartieren und Feuchtbereichen. Vereinzelt werden fremde Schlangenarten beobachtet, eine gesicherte, flächendeckende Etablierung in Bayern sehen die zuständigen Stellen derzeit jedoch nicht belegt. Aussagen zu langfristigen Verbreitungsverschiebungen erfordern aus ihrer Sicht standardisierte Monitoringreihen über mehrere Jahre.
Die Zunahme von Sichtmeldungen gilt damit als Hinweis auf veränderte Umweltbedingungen und auf eine wachsende Aufmerksamkeit in der Bevölkerung – nicht als Anzeichen einer unkontrollierbaren Ausbreitung. Priorität haben belastbare Kartierungen, Pflege geeigneter Habitate und sachliche Information, damit Konflikte vermieden und gefährdete Arten wirksam geschützt werden können.
Redakteur: Andreas M. Brucker (Artikel mit KI-Unterstützung).